Ulm / Petra Lehmann  Uhr

Das Rokoko-Ambiente des Bibliothekssaals im Kloster Wiblingen war gut gewählt für einen italienischen Liederabend mit der Sopranistin Maria Rosendorfsky und dem Bassbariton Emanuel Pichler. In dem Benefizkonzert von Support Ulm e.V. in Kooperation mit dem Pfarramt St. Martin Wiblingen zugunsten der Hauptorgel der Basilika trafen zunächst ernste Vertonungen Franz Schuberts nach Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ auf Liebesgedichte aus Hugo Wolfs „Italienischem Liederbuch“.

Rosendorfsky stellte anfangs ihren Kollegen Pichler sowohl sängerisch als auch interpretatorisch ein wenig in den Schatten, was sich allerdings ab dem „Italienischen Liederbuch“ änderte. Vielleicht lagen dem Bassbariton die Liebeslieder mehr, in denen es nun temperamentvoller zur Sache ging.

Beide Sänger wurden schauspielerisch aktiver, agierten miteinander und zeigten das ganze Spektrum ihres musikalischen Könnens. Dies kulminierte dann im zweiten Teil des Konzerts, als Arien und Duette aus Opern auf dem Programm standen. Rosendorfsky und Pichler sangen und spielten, als stünden sie auf der Bühne des Theaters.

Neben den Sängern gebührt natürlich auch dem Arzt im Ruhestand und gelernten Konzertpianisten Michael Vogelpohl ein großes Lob für sein einfühlsames und technisch sauberes Spiel. Mit dem Ohrwurm „Lippen schweigen“ aus Lehárs „Lustiger Witwe“ als Zugabe dankten die drei Musiker dem Publikum für dessen frenetischen Applaus.