Kommentar Magdi Aboul-Kheir über die Zukunft der Berlinale Kommentar zur Berlinale: Kein radikaler Neustart

Volkmar Könneke
Volkmar Könneke © Foto: Volkmar Könneke
Berlin / Magdi Aboul-Kheir 21.06.2018

Vom sonnigen Tessiner Juli in den nasskalten Berliner Februar: Das ist wohl noch eine der geringeren Umstellungen für Carlo Chatrian, wenn er vom Filmfestival in Locarno zur Berlinale wechselt. Denn die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind schon eine andere Nummer. Sie sind neben Cannes und Venedig eines der großen A-Festivals, sie sind das größte Publikumsfestival der Welt, sie stehen unter genauer, nicht nur wohlwollender Beobachtung durch die Filmbranche, der Feuilletons und von Cineasten.

Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat in den vergangenen Jahren viel Kritik einstecken müssen – dabei war manches überzogen. Man wird merken, dass er gar nicht mal so kleine Fußstapfen hinterlässt. Und die Wahl von Chatrian spricht sehr dafür, dass man keinen Neustart, keinen radikalen Wandel will. Man hat sich schließlich für keinen Quereinsteiger, keinen Branchen-Fremdling entschieden, sondern für einen fachkundigen Kopf, der in Locarno schon bewiesen hat, dass er den Spagat zwischen ambitioniertem und populärem Film beherrscht.

Chatrian spricht noch kein Deutsch, und sein Englisch hat einen starken italienischen Akzent. Aber das sollte in der internationalen Filmwelt das kleinste Problem sein. Vor allem, wenn man Kosslicks tollkühnes Englisch mit seinem schwäbischem Einschlag im Ohr hat. Magdi Aboul-Kheir

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