JÜRGEN KANOLD  Uhr

Naturschutz spielt in der Oper selten eine Rolle. Auch Papageno, der Vogelfänger in der "Zauberflöte", verhält sich eher unkorrekt - singt aber schöne Arien. Doch jetzt gibt's Ärger.

Dass sich das Land und die Stadt Stuttgart für einen "großen Wurf" bei der Sanierung und Erweiterung des Opernhauses aussprechen, ist zunächst ein starkes Signal! Großen Applaus dafür - für ein Vorhaben, das viel Geld und politische Kraft kosten wird, aber auch angemessen ist für ein prosperierendes Land der Kultur wie Baden-Württemberg. Die Problematik eines Ausweichquartiers ist freilich nicht zu unterschätzen. Die Oper muss weiterspielen und Geld einnehmen. Aber ein Provisorium auf dem ausgepumpten Eckensee, Baumfällarbeiten jetzt auch im Oberen Schlossgarten für eine Interimsspielstätte der Staatstheater? Das sorgt in der S-21-Stadt, die schon am Hauptbahnhof umgegraben wird, naturgemäß nicht für Euphorie.

Da müssen noch Ideen her. Die schönste wäre: die vielspurige Stadtautobahn (Adenauer-Straße) hinter dem Opernhaus endlich als Kulturmeile zu überdeckeln - mit Platz für eine Ersatz-Oper.