Sommer Kochen, Surfen, Donald Trump

Lesefutter für den Sommer – ein Büchertisch bei Hugendubel.
Lesefutter für den Sommer – ein Büchertisch bei Hugendubel. © Foto: Könneke
Ulm / Henri Gallbronner 18.07.2018

Ob Urlaub am Strand oder auf Balkonien – der Sommer ist die perfekte Zeit, um das Handy einfach mal beiseite zu legen und zum Buch oder zum E-Book-Reader zu greifen – und Romane oder Sachbücher zu lesen. Doch was ist die beste Lektüre? Buchhändler aus Ulm und Neu-Ulm geben Tipps für den Sommerurlaub.

Bernd Jooß von der Buchhandlung Hugendubel empfiehlt als Urlaubslektüre „Die kleine Sommerküche am Meer“ der britischen Autorin Jenny Colgan. In dem Roman verschlägt es die Anwaltsgehilfin Flora aus dienstlichen Gründen zurück in ihre schottische Heimat, wo sie die Liebe zum Kochen für sich entdeckt. Gerade im Sommer merke man, „dass etwas leichtere Lektüre angesagt ist“, meint Jooß.

„Wenn’s dann trotz Sommer etwas ernster sein darf“, könne man auf „Das Feld“ von Robert Seethaler zurückgreifen, das auf dem Friedhof des fiktiven Ortes Paulstadt spielt. Kapitel für Kapitel kommt einer der Toten zu Wort, sie erzählen einem alten Mann ihre Geschichten. Wer ein Sachbuch bevorzugt, dem legt Bernd Jooß „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari ans Herz. „Das geht seit Monaten sehr gut und ist auch wirklich gut zu lesen.“

Finnegans „Barbarentage“

William Finnegans Leidenschaft ist das Surfen – darum geht es in seiner Autobiografie „Barbarentage“, die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Susanne Link von der Buchhandlung Jastram ist begeistert, „obwohl ich überhaupt nichts mit Surfen zu tun habe“. Ihr Fazit zu diesem „Sachbuch mit Romancharakter“, wie sie es nennt: „Man surft mit!“

Auch eine weitere Biografie kann die gebürtige Triererin empfehlen: „Karl Marx“ von Wilfried Nippel aus der Reihe „Beck Wissen“. Die Lektüre könne man in den Ferien gleich mit einem Ausflug in ihre Heimatstadt verbinden, die derzeit den 200. Geburtstag ihres Sohnes Marx feiert.

Ein Schriftsteller des 19. Jahrhunderts hat es Florian L. Arnold von Aegis angetan: Henry David Thoreau. Bekannt wurde der vor allem durch „Walden“. In „Ktaadn“ beschreibt er seine Reise auf einen Berg in Neu-England. Der „Ktaadn“, so der indianische Name des Berges, war zu Thoreaus Zeit noch nahezu unerschlossen, lediglich kleine Siedlungen und vereinzelte Farmen gab es. „Es gab sogar noch versprengte Indianerstämme“, sagt Arnold. Thoreaus Buch sei „ein bisschen so wie Karl May, nur halt knallhart realistisch“. Arnolds Kollege Rasmus Schöll empfiehlt außerdem „Die Herzen der Männer“ von Nickolas Butler. In mehreren Episoden ergründet Butler, wie sich Männer aus drei Generationen verlieben. „Ein fantastischer Roman“, meint der Buchhändler.

In der Neu-Ulmer Buchhandlung Schmiedel und Gruss sind derzeit die Bücher von Carmen Korn sehr beliebt. In ihrer „Jahrhundert-Trilogie“ unternimmt sie, ausgehend von den Schicksalen vierer Frauen zur Zeit des Ersten Weltkriegs, eine Reise durch das 20. Jahrhundert.

„Als Urlaubslektüre sind eher Taschenbücher beliebt“, sagt Waltraud Gruss. Deshalb gehe auch der gerade als Taschenbuch erschienene Roman „Unter Leuten“ von Juli Zeh gut. Außerdem komme man auch im Sommer nicht um den Präsidenten der Vereinigten Staaten herum: In „Anderland“ schildert der frühere USA-Korrespondent Ingo Zamperoni, wie Donald Trump Amerika in seinem ersten Amtsjahr geprägt hat.

Auf die Buch-Maße kommt es an

Statistik Nicht zu dick, nicht zu schwer und am besten ein Taschenbuch: Das sind die drei Kriterien, die die Deutschen laut einer Umfrage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels am meisten beachten, wenn sie ein Buch in das Urlaubsgepäck packen. Doch zu dünn darf es vor allem für die Frauen nicht sein: 46,7 Prozent der weiblichen Befragten nehmen zugunsten der längeren Lesezeit zumindest ein etwas dickeres Buch mit auf die Reise, bei den Männern sind es nur 36,8 Prozent. Das E-Book ist bei den Bayern übrigens beliebter als in Baden-Württemberg: Im Freistaat verzichten gerne 40,8 Prozent auf gedruckte Bücher, im Südwesten sind es zwei Prozent weniger.

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