Es war ein denkwürdiges „klassisch!“-Konzert mit dem spanischen Cuarteto Quiroga am 11. März gewesen: ein musikalisches Erlebnis, aber auch ein Abend kurz vor dem Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Ludwig van Beethovens letztes Streichquartett op. 135 stand auf dem Programm, in dessen Partitur der Komponist das Motto „Muss es sein? – Es muss sein!“ hineingeschrieben hatte.

Ja, es muss sein! Die „klas­sisch!“-Rei­he der SÜDWEST PRESSE in Kooperation mit dem Stadthaus soll weitergehen. Keiner weiß, wann das gefährliche Coronavirus wieder ein normales Kulturleben erlaubt, aber die Kammerkonzert-Reihe möchte mit Hilfe ihrer Sponsoren positiv nach vorne schauen.
Zunächst: Das in der zurückliegenden Saison wegen der Corona-Krise ausgefallene Konzert mit dem polnischen Lutoslaw­ski Quartett wird  nachgeholt, und zwar am 10. Februar 2021 (Mittwoch). Alle Karten behalten ihre Gültigkeit.

Internationale Gäste

Und wie geht es in der nächsten Saison weiter? Angesichts der im Spätsommer und Herbst noch vorausichtlich unklaren Coro­na-Lage soll erst im Januar wieder mit den „klassisch!“-Konzerten begonnen werden, und ausnahmsweise werden nur drei Abende im Abonnement angeboten: mit ­herausragenden Streichquartetten.

Zum Auftakt am 20. Januar 2021 wird das Quartetto di Cremona aus Italien erwartet. Das im Jahr 2000 gegründete, nicht zuletzt mit dem „Echo Klassik“ ausgezeichnete Streichquartett gehört international zu den renommierten Kammermusikensembles – und bringt auch Musik aus seinem Heimatland mit nach Ulm: das e-Moll-Streich­quartett von Giuseppe Verdi. Zudem erklingen ein neues, von den Farben des Himmels über Italien inspiriertes Stück des französisch-israelischen Kom­ponisten Nimrod Borenstein ­(„Cieli d’Italia“) sowie das Streichquartett in G-Dur von Franz Schubert.
Das junge, vielfach mit Preisen dekorierte Esmé Quartet hat 2018 beim Festival „Heidelberger Frühling“ für Furore gesorgt und steht vor einer Weltkarriere. Die vier Koreanerinnen studierten an der Kölner Musikhochschule und besuchten Meisterkurse bei Günter Pichler (Alban Berg Quartett), Eberhard Feltz und Jonathan Brown (Cuarteto Casals).
An der Musikhochschule Lübeck komplettieren sie derzeit noch ihre Kunst bei Heime Müller, dem früheren Geiger des Artemis-Quartetts. Die Musikerinnen des Esmé Quartet konzertieren am 19. März 2021 im Stadthaus mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Frank Bridge („Noveletten“) und Dmitri Schostakowitsch sowie einer Komposition ihrer Landsfrau Soo Yeon Lyuh.
Das „klassisch!“-Saisonfinale am 28. April 2021 bestreitet das Bennewitz Quartett im Stadthaus. In der internationalen Kammermusikszene gilt es als herausragender Kulturbotschafter Tschechiens. Die Musiker aus Prag waren schon zu Gast bei den Salzburger Festspielen und dem Festival Luzern. 2019 umrahmte das Bennewitz Quartett im Deutschen Bundestag musikalisch die Gedenkstunde für die Opfer des Holocausts.
Auch im Stadthaus spielen die Tschechen Werke der von den Nazis verfolgten jüdischen Komponisten Hans Krása und Erwin Schulhoff. Dazu große Romantik: Streichquartette von Robert Schumann und Antonin Dvorak.

Drei Konzerte im Abonnement


Ab sofort kann das Abonnement für die drei Konzerte der „klassisch!“-Saison 2021 verlängert werden: im SWP-Medienhaus, Frauenstraße 77. Der bisherige Sitzplatz ist bis zum 1. Oktober reserviert. Neue Abonnements werden vorgemerkt. Kontakt: Chris Mertl, Telefon 0731/156-674. E-Mail: c.mertl@n-pg.de
Der Einzelkartenverkauf beginnt im Dezember.

Das am 29. April ausgefallene Konzert mit dem polnischen  Lutoslawski- Quartett wird am 10. Februar 2021, 20 Uhr, im Stadthaus nachgeholt. Die Karten behalten ihre Gültigkeit. Auf dem Programm stehen Streichquartette von Szymanowski, Lutoslawski und Beethoven (op. 132).