Duisburg / ANDREA LÖBBECKE, DPA  Uhr
Es gibt ein Schauspiel, einen Film und ein Musical - und nun auch eine Kinderoper "Ronja Räubertochter". Den jungen Zuschauern in Duisburg gefiel es.

"Lass Dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar" schrieb Astrid Lindgren - und ihre Ronja Räubertochter zeigt, wie es geht. Die Initiative Junge Opern Rhein-Ruhr hat den Stoff aus dem erfolgreichen Kinderbuch nun erstmals auf die Opernbühne gebracht. Hunderte Kinder bejubelten die Uraufführung in Duisburg. In einem liebevollen Bühnenbild mit grauen Burgen und mystischen Wäldern wird die Geschichte von Rivalität und Verlust, von Freundschaft und Versöhnung erzählt.

Räuberhäuptling Mattis (Torben Jürgens) und seine Frau Lovis (Marta Márquez) sind überglücklich über die Geburt der kleinen Ronja. Als die heranwachsende Räubertochter (Maria Kataeva) den Mattiswald erkundet, trifft sie Birk (Heidi Elisabeth Meier), den Sohn des verfeindeten Räuberhauptmannes Borka (Cornel Frey). Die beiden müssen einige Abenteuer mit Gnomen und anderen Wesen im Wald bestehen, bis sich ihre Sippen versöhnen. Die Auftragskomposition (Jörn Arnecke) wurde von vier nordrhein-westfälischen Bühnen gemeinsam finanziert - der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg sowie den Theatern in Dortmund und Bonn. Die Kooperation sei mitentscheidend gewesen, um die Erben Lindgrens von dem Projekt zu überzeugen, sagt der Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, Christoph Meyer.

Die Vorstellung einer Kinderoper ist eine wesentlich lebhaftere Sache, als wenn sich abends gesetzte Herrschaften die "Zauberflöte" anschauen. Bei hohem Geräuschpegel wird im Foyer gerannt, geschubst und gequatscht. Aber wenn die Vorstellung beginnt, ist es schlagartig ruhiger. Bei spannenden Szenen hält es einige Kinder nicht auf ihren Sitzen. Als mit Glatzen-Per (Stefan Wilkening) eine der Lieblingsfiguren stirbt, geht ein "Ah" durch die Reihen, mit einem erschreckten "Oh" reagieren die jungen Zuschauer auf ein großes schwarzes Fabelwesen, das über die Bühne schwebt. "Die Kinder machen, was sie wollen, wir haben nichts zu melden", singt Mattis - allerdings über die unerschütterliche Freundschaft von Ronja und Birk sowie deren Entscheidung, keine Räuber werden zu wollen. "Wir wollen uns nie verlieren", versprechen sich die beiden kurz bevor der Vorhang fällt.

"Ich fand Glatzen-Per am besten", sagt ein Junge über den alten, klugen Räuber mit dem deftigen Humor. Und sein Schulfreund ergänzt: "Ich habe soooo viel geklatscht."