Roxy Ulm Katrin Bauerfeind, Missionarin der Liebe

Stark: Katrin Bauerfeind trat im Roxy auf.
Stark: Katrin Bauerfeind trat im Roxy auf. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Christoph A. Schmidberger 12.10.2018
Als schwäbische Missionarin in Sachen Liebe erheitert Katrin Bauernfeind das Publikum im Roxy.

Neuerdings versteht sich Katrin Bauerfeind als Missionarin in Sachen Liebe. Seit die kesse Moderatorin mit Abschluss in Technikjournalismus im März ihr neuestes Buch „Alles kann, Liebe muss: Geschichten aus der Herzregion“ (S. Fischer) unters Volk gebracht hat, versucht sie dies edelste aller Gefühle ebenfalls in die Welt hinaus zu tragen – und wenn es nur in die Heimat ist. So beglückte die 1982 in Heidenheim geborene Wahl-Berlinerin, die große Stücke auf ihre schwäbische Herkunft hält, ein begeistertes Publikum in der Werkhalle des Roxy, auch wenn die ganz großen Momente ausblieben.

Weil man Liebe in dieser angespannten Weltlage mit der Lupe suchen muss, kommt der Missionierungsversuch der Bauerfeind gerade zur rechten Zeit. Dabei wurde es selten pathetisch, vielmehr oft alltagsnah. Die Bauerfeind studierte die Liebe in der Familie, unter Freunden und als Sex. „Humorvoll dargebrachte Umweltbeobachtung“ könnte man das nennen.

Viele Schenkelklöpferchen

Das war manchmal lustig – die emotionale Reserviertheit der Schwaben, das Bruddeln –, manchmal auch weniger. Warum ihr erstes Date als Zwölfjährige durch die Kinovorstellung des Filmklassikers „Cool Runnings“ getrübt worden sein sollte, erschloss sich wohl niemandem. So kam der Zwischenapplaus ab und zu nur zögerlich.

Obwohl die Schenkelklopfer fehlten, Schenkelklöpferchen gab es in schöner Regelmäßigkeit. Wenn sie mit sadistischem Tonfall erzählte, wie sie dem fünfjährigen Finn das Spielzeugschwert zertrat, war das geradezu köstlich. Der Kartoffelsalat, in den auf einer Party gekotzt worden war und der nun auch nicht anders aussieht als vorher – vielleicht der größte Brüller des Abends.

Es sind die Kleinigkeiten, wegen derer man sich verliebe, stellte Bauerfeind fest, und es sind Kleinigkeiten, wegen derer man sich wieder trenne. Wichtig sei, sich selbst zu lieben. Das ist vielleicht die größte Herausforderung.

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