Konzert Kammerchor Uni Ulm mit drei Liederzyklen

Ulm / Burkhard Schäfer 21.07.2018

Vor sechs Jahren hat Manuel Sebastian Haupt den Kammerchor der Universität Ulm ins Leben gerufen. Unter seiner kundigen Leitung entwickelte sich das Ensemble schnell zu einem der führenden, nicht nur in der Ulmer Region. Bei ihrem Sommerkonzert bewiesen die Sänger aufs Schönste, dass sie gesangstechnisch längst auch im 20. Jahrhundert „angekommen“ sind. Drei vollständige Liederzyklen standen  im Stadthaus auf dem Programm: von Paul Hindemith („Six Chansons“), Frank Martin („Five Songs of Ariel“) und Francis Poulenc („Huit chansons françaises“). Jeder der Zyklen zeige eine besondere Spielart der für das 20. Jahrhundert typischen Klangsprachen, erklärte Haupt.

Alle Lieder erwiesen sich aber als moderat modern, die harsche Atonalität hatte der Chor an diesem lauen Sommerabend ausgespart. Überhaupt war die Klangsprache Hindemiths, mit dessen Chansons das Konzert begann, dann gar nicht so sehr verschieden von derjenigen Poulencs, die der Chor am Schluss präsentierte. In beiden Zyklen spielen die Komponisten souverän mit volkstümlichen Versatzstücken, die in ein neues, harmonisch raffiniert gewebtes Stilgewand „gekleidet“ werden.

Zum Höhepunkt des Abends gerieten aber die vielleicht noch einen Tick raffinierteren Lieder Frank Martins, bei denen der Chor sein ganzes Können zeigte. Ein weiteres Highlight: Die drei Einlagen für Solo-Querflöte von Claude Debussy, Pierre-Octave Ferroud und – besonders faszinierend – Toru Takemitsu, die Sabine Lisa Wick kongenial ins Werk setzte.

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