Konzert Johannes Ochsenbauer Trio in Caponniere 4

Neu-Ulm / Christa Kanand 14.08.2018

Seit zehn Jahren spielen sie zusammen, ihr Motto lautet deshalb „Never change a winning Team“. Jetzt gastierte das Johannes Ochsenbauer Trio erstmals in Neu-Ulm. Es passte alles bei der Jazz-Matinée: Sonne, Blick ins Grüne, laues Lüftchen, Auswahl der Stücke. Wobei das Sonnendeck auf der Caponniere 4, wo an jedem zweiten Sonntag im Monat eintrittsfrei die Reihe „Jazz um 12“ abgeht, sich wieder als wunderbare Spielstätte erwies.

Passend zum Hochsommerwetter, in dem Plätze unter den Sonnenschirmen bei den rund 200 Besuchern begehrt waren, gab das  Trio lustvoll und locker swingend mit fingerflinken Läufen auf dem E-Piano und Kontrabass  zur sanft geschrubbten Drum-Untermalung in dem beliebten Standard „On the Sunny Side Of The Street“ seine Visitenkarte ab. Die Chemie stimmte, der dezent abgemischte Sound und die feine Spielkultur mit virtuosen Soli auch.

Willkommen war Ochsenbauers Moderation mit Hintergrund und Geschichten zum „Best of Best of Best“ aus der reichen Diskografie des Jazz-Trios, das mit Ochsenbauer (Kontrabass) und seinen ehemaligen Münchner Musikhochschullehrern Tizian Jost (Piano), der seine ersten Lebensjahre in Ulm verbrachte, und Michael Keul (Schlagzeug) hochkarätig besetzt ist.

Die Herren haben’s drauf. Ihre Eigenkompositionen, Arrangements von Klassikern wie Cole Porters „Just One Of Those Things“,  in dem  der Jazz-Klavier-Pro­fessor Jost sogar den „River-Kwai-Marsch“ als Zitat aufblitzen ließ,  ihre Balladen, Blues- und Latin-Nummern mit Bossa-Nova-Charme  („Una Mas“ von Kenny Dorham) begeisterten voller Esprit und Klangfinesse. Das war ein Genuss für Jazz-Gourmets, aber auch für Menschen, die beim Stichwort „Jazz“ sonst eher das Weite suchen.

Brasil-Flair als Zugabe

Die Musik der ebenbürtigen Instrumentalisten klingt wie das Ergebnis einer langen Freundschaft. Die Drei setzen nicht auf Wettstreit, Egotrips oder Konkurrenzgehabe, sondern präsentieren echte musikalische Konversation in einem geradezu perfekten Wechselspiel zwischen Begleit- und Solomodus.

Dabei ist Ochsenbauer, der mittdreißigjährige Bassist, weit mehr als ein Grundierer. Nicht nur bei Oscar Pettifords  Bebob-Titel „Tricotism“ flitzte er als Melodieführer rasant über die Bass-Saiten. Als Zugabe versprühte Jobims „Só Danço Samba“ Brasil-Flair.

Info Die nächste Jazz-Matinee in der Caponniere 4 findet am Sonntag, 9. September, 12 Uhr, statt: mit der Linda Kyei Swing Combo.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel