Cannes Inspirierendes Südfrankreich

Erst vergangenes Jahr eröffnete das "Musée Bonnard" in Le Cannet bei Cannes. Foto: dpa
Erst vergangenes Jahr eröffnete das "Musée Bonnard" in Le Cannet bei Cannes. Foto: dpa
Cannes / SABINE GLAUBITZ, DPA 14.08.2012
Die Côte d"Azur lockt mit neuen Museen und großen Werkschauen. Einer der jüngsten Erfolge: Das Musée Bonnard in Le Cannet.

Vallauris, Antibes, Saint-Paul de Vene, Nizza und Cannes: Die Städte liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt, sind aber an Museumsdichte in Südfrankreich kaum zu übertreffen. Wie viele Museen die Kunstmeile an der Côte d"Azur noch vertragen kann? Zumindest noch eines. Denn das 2011 eröffnete Musée Bonnard - das erste weltweit, das Pierre Bonnard gewidmet ist - hat alle Erwartungen übertroffen. Statt der erhofften 50 000 Besucher sind nach den ersten zwölf Monaten 80 000 gekommen. Das Museum liegt in Le Cannet, gleich hinter Cannes auf den Höhen. Von den Fenstern aus hat man einen herrlichen Blick auf die Lérins-Inseln und das Cap Esterel. "Das Beste an den Museen sind die Fenster", sagte Bonnard selbst. Das war nicht spöttisch gemeint: Der Künstler dachte an die Fläche, die sie einrahmen, denn in seiner Malerei war das eigentliche Sujet die Oberfläche.

Die Villa Saint-Vianney, in der sich das Museum befindet, stammt aus dem Jahr 1908. Ein weißes Belle Epoque-Gebäude, das um einen modernen Empfangsbereich erweitert wurde. Die Villa wurde 1998 von der Stadt gekauft, in der Bonnard 1947 im Alter von 79 Jahren gestorben ist. Le Cannet war für Bonnard das, was Giverny für Monet war, Nizza für Matisse und Aix-en-Provence für Cézanne. Dafür, dass der Besucherstrom nicht abbricht, soll die bis 16. September dauernde Werkschau sorgen. Unter dem Titel "Bonnard, unter Freunden" werden 50 Werke von Matisse, Monet, Vuillard und anderen Künstlern gezeigt.

"Ich mag den Menschen, ich bewundere den Maler", sagte Auguste Renoir, und Maurice Denis meinte: "Er wird von den Verrückten und Weisen geliebt." Die Ausstellung illustriert die engen Beziehungen, die der Künstler zu seinen Malerkollegen pflegte. Für die Qualität der Bilder sprechen die Leihgeber: internationale und nationale Museen, Galerien und Privatsammler, darunter das Puschkin-Museum in Moskau und das Pariser Orsay-Museum. Ein Zeichen dafür, dass das Museum schon zu den "großen" in der Region gehört.

Nur drei Kilometer entfernt liegt Cannes und das "Centre d"art La Malmaison", das zusammen mit dem Magnelli-Museum in Vallauris "Picasso, die Wege in den Süden" zeigt - rund 50 Gemälde und Skulpturen des Malers, dem Südfrankreich als Inspirationsquelle diente.

Mit dem Auto sind es von hier nach Monaco nur 25 Minuten Fahrzeit. Das Programm ist dort in diesem Sommer besonders dicht: Neben "Extra Large" - 50 überdimensionale Skulpturen und Installationen des Centre Pompidou Paris - im Grimaldi-Forum und Marc Quinn im Ozeanographischen Museum zeigt die Villa Paloma den Deutschen Thomas Schütte. Unter dem Titel "Houses" sind Rauminstallationen von ihm zu sehen. Der zweite Teil der Schau findet im Museum Castello di Rivoli in der Nähe von Turin mit der Skulpturenreihe "Frauen" statt. Ein kleiner Abstecher nach Italien, der sich lohnt.

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