Konzert Humboldt-Chöre in Ulm: Dynamisch und bewegend

Ulm / Günter Buhles 10.07.2018

Als „Romantisches Chorfest“ war das Konzert der Humboldt-Chöre unter Guido Bauer im Kornhaus bezeichnet. Die teilweise von Bettina Veil am Klavier begleiteten Auftritte der einheitlich gut vorbereiteten Gruppen waren auch das Abschiedskonzert für zwei Solisten nach Erfolgen bei „Jugend musiziert“ und vorm Übergang ins Studium.

Zu Beginn, in Silchers „Festchor“ mit dem großen Ensemble, überzeugte der Bariton Moeto Jablonski mit klarer Sprachartikulation und lyrisch-tenoralem Timbre. Schuberts „Ständchen“ gestaltete er dynamisch vor dem allmählich verdichteten Frauenchor. Bei „Mirijams Siegesgesang“ des Wieners gefiel Eva Möritz, Sopran, mit leuchtenden Höhen bis zum dreigestrichenen C. Der große Chor bot bis zur jubilierenden Fuge am Ende Stimmungen zwischen zupackend-optimistisch und lyrisch-elegisch.

Ähnlich vielgestaltig wirkte der – demgegenüber reduzierte – Kammerchor in den unbegleiteten „Sieben Liedern“ von Brahms auf Heyses „Jungbrunnen“ und „Wunderhorn“-Texten. Bei Schuberts „Coronach“ trug die Pianistin zwei ausgedehnte, wunderbar ruhevolle Zwischenspiele bei.

Zur umfangreichen Vortragsfolge gehörten auch einige der populärsten Lieder des Tübinger Universitäts-Musikdirektors Silcher. Eine bewegende Zugabe wurde eher still entgegengenommen: Einem kürzlich tödlich verunglückten Mitschüler war das „Wiegenlied“ von Brahms gewidmet.      

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