Es hat am Theater in Ulm gute Tradition, Ensemble-Mitgliedern eine Plattform zu bieten, wenn sie etwas Eigenes außerhalb des Spielplans kreieren wollen. Nun bekam die Tänzerin Beatrice Panero die Chance, eine eigene Tanzperformance vorzustellen.

Auf einer kleinen Bühne im Oberen Foyer lagen bunte Luftballons. Dem Titel „Pagliacci – life should be opera“ gemäß in die richtige Richtung gestupst, waren sie ein spielerisch buntes Signal für die heitere Welt der Com­media dell’arte, die mit dem fröhlichen Auftritt der Tänzer zur großartigen Filmmusik zu Fellinis „Achteinhalb“ von Nino Rota gefeiert wurde.

Doch war davor noch etwas geschehen: Eine Figur im fleischfarbenen Trikot, das nicht ganz zu passen schien, eroberte mit Bewegungen des Ausdruckstanzes die Bühne. Das Drehleierstück „Crystal Waters“ von Matthias Loibner unterstrich die Irritation. Schließlich rezitierte Julia Anna Sattler den Prolog zu Leoncavallos Oper „Pagliacci“ auf Deutsch. War sie das unausweichliche Schicksal oder gar das ewig Weibliche? Stets präsent übernahm sie Bewegungen der weiteren Akteure und setzte den Schlussakzent.

Tanz um Liebe und Eifersucht

Damien Nazabal wirbelte als Arlecchino, mit Colombina flirtend, über die Bühne, seine Bewegungen erinnerten jedoch auch an den Dottore und Pantalone. Colombina, lieblich verkörpert von Giulia Insinna, und Impressario Canio, kraftvoll getanzt von Alessio Pirrone, hatten noch Doubles. Maria Rosendorfsky und J. Emmanuel Pichler sangen aus der Oper zu etwas zu lauter Klavierbegleitung und ließen sich immer wieder ins Geschehen integrieren.

Nach knapp 40 Minuten mit Filmmusik zu „Bram Stokers Dracula“, „Nu – Man-o to“ (persisch für Ich und Du) von Acid Pauli alias Martin Gretschmann und Auszügen aus Leoncavallos Oper, überzeugend auch vorgetragen von Pirrone, endete der Tanz um Liebe und Eifersucht, Spiel und Wirklichkeit mit dem Tod der Colombinen.