Berlin Gropiusstadt wird 50

EPD 17.08.2012

Die bekannteste Trabantensiedlung in einer bundesdeutschen Stadt wird 50 Jahre alt. Gefeiert wird das halbe Jahrhundert mit einem Jubiläumsprogramm, das bis zum Jahresende läuft. Ein erster Höhepunkt des Jubiläumsprogramms ist ein Festwochenende vom 23. bis 25. August. Mit rund 19 000 Wohnungen wurde die Gropiusstadt in der südöstlichsten Ecke des früheren West-Berlins zum Modell für viele andere Reißbrett-Siedlungen. Die Grundsteinlegung durch den Architekten Walter Gropius und den damaligen Regierenden Bürgermeister Willy Brandt (SPD) erfolgte am 7. November 1962. In dem Neuköllner Stadtteil wohnen heute 35 000 Menschen.

Aufgrund des beteiligten Bauhaus-Architekten Walter Gropius, nach dem die Siedlung später auch benannt wurde, galt die Gropiusstadt bald als "Ikone der Moderne". Mit dem Falkenhagener Feld in Spandau sowie dem Märkischen Viertel entstanden allein in Berlin fast zeitgleich zwei weitere Reißbrett-Siedlungen. Mit ihnen sollte die große Wohnungsnot bekämpft werden. Viele traditionsreiche Stadtviertel mit ihren zahlreichen Wohnungen ohne Zentralheizung und ausreichende Sanitäranlagen galten als unsanierbar.

Entgegen der ursprünglichen Konzeption entwickelte sich die Gropiusstadt zu einer Hochhaussiedlung, in der viel mehr Menschen Wohnungen finden sollten als geplant. Sie wurde zu einem sozialen Brennpunkt. Heute wohnen dort überdurchschnittlich viele Senioren, Hartz-IV-"Aufstocker" sowie Zuwanderer. Auch die Kinderarmutsquote liegt deutlich über dem Durchschnitt.