Die Bronzeplastik „Kopfstehender Junge“ war ein Publikumsliebling in der Ausstellung „Zarte Männer in der Skulptur der Moderne“ im Edwin-Scharff-Museum am Neu-Ulmer Petrusplatz und wird in der kommenden Schau zur Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965) zu sehen sein.

Diese sollte eigentlich am 4. April eröffnet werden, doch wegen der Eindämmung der Corona-Epidemie hat das Museum mindestens bis 19. April geschlossen. Wenn die Zwangspause vorbei ist, können die Besucher mit Renée Sintenis eine der wichtigsten deutschen Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts erleben.

Die Künstlerin war auch Schöpferin des Goldenen Bären für die Berlinale

International erfolgreich war die Berlinerin in der Weimarer Zeit und in den Nachkriegsjahren vor allem mit ihren kleinformatigen Tierplastiken. Von ihr stammt die Vorlage für die Goldenen und Silbernen Bären, der jedes Jahr bei der Berlinale vergeben werden. Das Neu-Ulmer Museum zeigt sie in der Ausstellung als moderne Frau und als „Pionierin der Bildhauerei“.

Sintenis’ kleine Figur aus dem Jahr 1920 zeigt ein zartes Lächeln. Er hat die Beine weit nach außen gestreckt, versucht kopfüber die Balance zu halten, die Fingerspitzen berühren den Boden, um notfalls den wackeligen Stand zu stützen. Renée Sintenis fängt eine dynamische Bewegung ein und zugleich einen Moment voller Konzentration und Unbekümmertheit, wie er noch heute ab und an in Fußgängerzonen zu beobachten ist, wenn Breakdancer temporeich ihr Können zeigen. Die Bronzeplastik, so Museumsdirektorin Helga Gutbrod, fordere uns augenzwinkernd dazu auf, mal wieder ganz im Spiel aufzugehen oder in ungewöhnlichen Situationen nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Nicht die schlechteste Botschaft in Zeiten der staatlich verordneten Isolation. Gleichzeitig sind sportliche Übungen wie die von der Figur gezeigte zu Hause leicht durchführbar. Auch wenn Sportanlagen und Fitnessstudios geschlossen sind, kann man etwas für den Körper und die Gesundheit tun.

Die SWP-Serie gegen die Corona-Tristesse


Die „Galerie der Zuversicht“ soll in Zeiten geschlossener Museen Kunst und Optimismus zu unseren Lesern bringen: Es gibt ein Leben neben und nach Corona.

Sie hat so lange geöffnet, bis die Museen und Ausstellungshäuser in Ulm und Umgebung wieder öffnen dürfen. Das wird frühestens nach dem Ende der Osterferien der Fall sein.

Die Serie zeigt in loser Folge Kunstwerke aus den Sammlungen und aktuellen Ausstellungen der Museen.