Eine seltene Büste des altägyptischen Pharaos Tutanchamun hat trotz Protesten aus Kairo bei einer Auktion in London für 4,7 Millionen Pfund (rund 5,3 Mio Euro) den Besitzer gewechselt.

Das Auktionshaus Christie's verteidigte den Verkauf des Kunstwerks am Donnerstagabend als legitim. „Christie's würde kein Werk verkaufen, dessen Besitz nicht geklärt ist“, sagte ein Sprecher.

Die mehr als 3000 Jahre alte und etwa 30 Zentimeter große Büste aus Quarzit-Stein trägt die Züge des Kindskönigs, der im Alter von neun Jahren Pharao wurde und bis zum Jahr 1323 vor Christus regierte.

Man erkenne an, dass historische Objekte zu komplexen Diskussionen über die Vergangenheit führen könnten, sagte ein Christie's-Sprecher. Dennoch halte sich das Unternehmen bei der Abwicklung von Verkäufen an die höchsten Standards. „Es gibt einen ehrenwerten Markt für antike Kunst“, so der Sprecher. Es sei auch im öffentlichen Interesse, dass Werke zugänglich seien.

Ägypten hatte im Vorfeld versucht, die Auktion wegen angeblich ungeklärter Fragen über die Herkunft der Büste zu stoppen. Kairo hatte sich nach Angaben des ägyptischen Ministeriums für Antiquitäten Anfang Juni mit dem Gesuch an Christie's sowie an die UN-Kulturorganisation Unesco gewandt. Vertreter der ägyptischen Botschaft in London hätten die Herausgabe der Statue gefordert sowie Beweisdokumente zu dessen Herkunft. Christie's hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Informationen auf der Webseite von Christie's (Englisch)