Angeschaut Friedemann Grieshaber: Gegossener Formwille

Der Betonguss „Neues Haus“.
Der Betonguss „Neues Haus“. © Foto: Otfried Käppeler
Ulm / käl 14.09.2018

Den in Ravensburg geborenen und in Berlin lebenden Friedemann Grieshaber kennt man in Ulm. Mehrmals zeigte ihn Tobias Schrade in seiner Galerie, zudem war er 2002 Stipendiat der Ulmer Kunststiftung Pro Arte. Damals wie heute ist der Betonguss sein angestammtes Medium, dazu kommen Eisen- und Bronzegüsse sowie Zeichnungen. Vergleicht man seine früheren Werke mit denen, die aktuell bei Tobias Schrade zu sehen sind, ist heute der stärkere Formwille zu erkennen.

Das zeigt sich in den Einzelformen der Skulpturen und vor allem in der Gesamtkomposition. Hatte bei Grieshaber früher die Schalung für einen Guss noch seine Berechtigung, ist der heute verschwunden. Dafür wirken die Skulpturen im Aufbau sowie in ihren Einzelelementen klarer definiert. Was blieb, ist das Bestreben des Künstlers, der Komposition trotz des schweren Mate­rials Leichtigkeit zu verleihen, was immer wieder erstaunlich gut gelingt. Ansonsten sagt er selber, dass sein Werk den paar klassischen Themen wie Volumen, Form und Hohlform folge – das allerdings, so ist hinzuzufügen, in überzeugend zeitgemäßer und immer wieder überraschender Weise (bis 6. Oktober; Di-Fr 13-19, Sa 11-15 Uhr).

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