Paris Französischer Filmregisseur Rouffio gestorben

Paris / CLAUDIA REICHERTER 11.07.2016

Der französische Filmemacher und Drehbuchautor Jacques Rouffio ist tot. Nach Angaben seiner Kinder starb Rouffio am Freitag im Alter von 87 Jahren in Paris. Zu seinen bekanntesten Filmen gehört „Die Spaziegängerin von Sans-Souci“ von 1982, der letzte Film mit Romy Schneider.

Rouffio wurde 1928 in Marseille geboren. Über Jahre hinweg arbeitete er als Assistent berühmter französischer Regisseure, bevor er sich 1967 mit „Der Horizont“ an seinen ersten eigenen Kinofilm wagte. In den 70er Jahren feierte er Erfolge mit „Violette und François“ (1977), in dem Jacques Dutronc, Isabelle Adjani und Serge Reggiani die Hauptrollen spielten, und mit „Zucker, Zucker“ (1978) unter anderem mit Gérard Depardieu. Zu seinen Lieblingsschauspielern zählten neben Dépardieu Jean Carmet und Michel Piccoli.

Mit Piccoli und Romy Schneider drehte er 1982 „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“, ein Drama um einen späten Racheakt an einem deutschen Nazi-Diplomaten. Nur wenige Wochen nach der Premiere starb Romy Schneider. Rouffio drehte noch drei weitere Kinofilme, mit „L’Orchestre Rouge“ beendete er 1989 seine Karriere als Filmemacher.

Der ehemalige Vorsitzende des Filmfestivals von Cannes, Gilles Jacob, würdigte Rouffio als einen der französischen Regisseure, der die Kamera auf „die Schändlichkeiten und Mauscheleien“ der Gesellschaft hielt. Seine Filme als mehr oder weniger subtile Pranger „werden bleiben“, erklärte Jacob.