Konzert Flemming Borby und Greta Brinkmann im Ulmer Sauschdall.

Zwischendurch eingängiger Indie-Rock: Greta Brinkmann (links) und Flemming Borby im Sauschdall.
Zwischendurch eingängiger Indie-Rock: Greta Brinkmann (links) und Flemming Borby im Sauschdall. © Foto: Martina Dach
Ulm / Christoph Alexander Schmidberger 12.09.2017
Storytelling, Indie-Rock, Instrumentalmusik: Flemming Borby und Greta Brinkmann singen und spielen im Jazzkeller Sauschdall in Ulm.

So ein illustres Paar hatte der Sauschdall Ulm wohl schon lange nicht mehr begrüßen dürfen: Der ganz in Schwarz gekleidete Däne Flemming Borby mit knallrotem Kopfhaar und halbakustischer Gitarre erhielt musikalische Unterstützung von Greta Brinkmann, der Amerikanerin mit polnisch-deutschen Wurzeln, die man sonst als Bassistin für Künstler wie Debbie Harry, Moby oder die Doom-Metal-Band Druglord kennt. Mit platinblonder Kurzhaarfrisur, Brille, Ringelshirt und Faltröckchen machte sie das Bild perfekt: Zwei nicht mehr ganz so junge, innerlich aber jung gebliebene Bohemiens, die noch etwas zu sagen haben.

Der Singer-Songwriter eröffnete den Abend im Sitzen mit ein paar Solo-Werken. Storytelling im besten Sinne, das allerdings mehr Anschluss an modernere Hörgewohnheiten sucht, als man es bei diesem Herrn vermuten durfte. Mit Beats aus der Konserve und eingängigen Refrains ist Borby von einem Ed Sheeran gar nicht so weit weg.

Und dann standen sie endlich zu zweit auf der Bühne: Brinkmann am E-Bass und mit angenehmen Background-Vocals. Das war dann der große Werbeblock für ihr gemeinsames, just am 9. September erst erschienenes Studiodebüt „Hell Is Too Far“, das von Greta Brikmann dann mehrmals mit Zahnpastalächeln über die Bühne getragen wurde. Den beiden sei es gegönnt, denn zu Gehör bekam das Publikum nun eingängigen Indie-Rock, der dank Borbys hoher Stimme in die Nähe von Szene-Größen wie The Shins rückte, auch wenn sein großes Vorbild eher David Bowie ist.

Bei „The Angels In Heaven“ konnten die beiden mit einem kleinen instrumentalen Zwischenspiel zeigen, dass es auch musikalisch sehr harmoniert. Nur etwas mehr stilistische Vielfalt hätte es sein dürfen. Die Auflockerung gab es schließlich im Zugabenteil mit den tanzbaren Rhythmen von „Let It Rain On Me“.