Berlin Filmpreis: "Schönheit" siegt über "Oh Boy"

"Bester Schauspieler" Toni Servillo nimmt seinen Preis von Diane Kruger entgegen.
"Bester Schauspieler" Toni Servillo nimmt seinen Preis von Diane Kruger entgegen. © Foto: dpa
Berlin / ELKE VOGEL, DPA 09.12.2013
Der Siegeszug des deutschen Independentfilms "Oh Boy" setzt sich nicht fort. Ein italienisches Epos gewinnt den Europäischen Filmpreis in Berlin.

Die Erwartungen der Deutschen waren enorm - doch am Ende siegte ein Bilderrausch aus Italien über die schwarz-weiße "Oh Boy"-Melancholie aus Deutschland. Vier Trophäen holte Paolo Sorrentinos Gesellschaftsporträt "La Grande Bellezza - Die große Schönheit" bei der Verleihung des 26. Europäischen Filmpreises, darunter den Hauptpreis für den besten europäischen Film 2013. Die in der Königskategorie sowie für drei weitere Preise nominierte deutsche Tragikomödie "Oh Boy" von Jan Ole Gerster erzielte am Samstag in Berlin lediglich einen Achtungserfolg: die Auszeichnung als bester Erstlingsfilm.

"Oh Boy"-Titelheld Tom Schilling (31) wurde in der Kategorie bester Schauspieler von "Bellezza"-Hauptdarsteller Toni Servillo (54) geschlagen. Barbara Sukowa (63) konnte sich in der Kategorie beste Schauspielerin als "Hannah Arendt" nicht durchsetzen. Gewinnerin wurde Veerle Baetens (35) für ihre Leistung in "The Broken Circle", sie spielt darin eine Mutter, die den Tod ihres Kindes nicht verkraftet.

Mit "La Grande Bellezza - Die große Schönheit", der im Juli in die deutschen Kinos gekommen war, kürten die 2900 Mitglieder der Europäischen Filmakademie echte Kinokunst. Das Werk erzählt von einem die Künste und die Frauen liebenden Lebemann in Rom, der sein Leben Revue passieren lässt. Eine Hommage an Rom, ein berührendes Porträt eines älteren Mannes.

Der Europäische Filmpreis wird als europäischer Oscar bezeichnet. Doch fehlt es an Glamour - die Nominierten Jude Law, Naomi Watts und Keira Knightley kamen nicht. Umso größer war die Aufmerksamkeit für Catherine Deneuve. Die 70-Jährige wurde für ihr Lebenswerk geehrt. Applaus gab es für den spanischen Regisseur Pedro Almodóvar, der für seinen Beitrag zum Weltkino mit einem Sonderpreis geehrt wurde. Erstmals gab es einen Preis für die beste Komödie: Susanne Biers "Love Is All You Need". Ennio Morricone nahm für seine Kompositionen zu "The Best Offer - Das höchste Gebot" den Preis für die beste Filmmusik entgegen.