Ausgelesen Explosiv bis zum fulminanten Finale

Glasgow/Berlin / Claudia Reicherter 30.06.2018

In Großbritannien gehört der 49-Jährige zu den meistgelesenen Krimiautoren, in Deutschland ist Christopher Brookmyre noch kaum bekannt. Mit „Wer andern eine Bombe baut“ (Galiani, 511 Seiten, 16 Euro) liegt nun ein dritter Roman von ihm auf Deutsch vor, sachkundig von Hannes Meyer aus dem schottischen Englisch übersetzt. Aus der Perspektive diverser Haupt- und Nebenfiguren fächert der Schotte mit überwältigender Fabulierlust und zahlreichen popmusikalischen Anspielungen einen explosiven Plot auf, der verhinderte Rock-Stars, frustrierte Jung-Väter, rotzfreche, gelangweilte Schüler sowie eine sträflich unterschätzte und beißend klarsichtige Glasgower Polizistin vereint. In dessen Verlauf fliegen europaweit Flugzeuge, Brücken und Züge in die Luft, mit mal mehr, mal weniger menschlichen Opfern – der „Black Spirit“ scheint ein selten ideologiefreier, international tätiger Terrorist. Das Finale in einem Mega-Kraftwerk ist so fulminant, dass einem beim Lesen ganz schwindlig wird.

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