Seekirch Einbaum aus der Jungsteinzeit gefunden

Seekirch / DPA 27.09.2012

Es ist für Archäologen ein außergewöhnlicher Fund: Im Gebiet des Unesco-Welterbes Prähistorische Pfahlbauten haben sie ein extrem gut erhaltenes Boot aus der Jungsteinzeit gefunden. Der sechs Meter lange Einbaum habe rund einen Meter tief im Moor des Federseerieds bei Seekirch (Kreis Biberach) gelegen, teilten die Regierungspräsidien Stuttgart und Tübingen mit. "Er ist zwar in mehrere Stücke zerbrochen, aber in allen Teilen hervorragend erhalten", sagte Denkmalpfleger Helmut Schlichtherle. Es sei das erste Mal, dass man ein so gut erhaltenes Boot im Federseeried untersuchen könne. Die Fachleute hoffen, mehr über die Menschen herauszufinden, die vor 3000 bis 7000 Jahren in dem Moor lebten.

Das Federseeried ist eine von 111 Fundstellen, die 2011 als Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen auf die Unesco-Welterbeliste genommen wurden. Die sogenannten Schussenrieder Pfahlbauten wurden dort 1875 entdeckt. Rund 20 Siedlungen mit jeweils bis zu 30 Häusern sind bekannt. Weshalb die Menschen ihre Häuser auf Pfählen mitten ins Moor bauten, gibt Experten noch immer Rätsel auf.

Der Einbaum liege 150 Meter von einer Siedlung entfernt, die etwa 2800 vor Christus errichtet wurde, sagte Schlichtherle. Damit seien die Menschen wohl zum Fischen gefahren oder um Wassernüsse zu sammeln - Wasserpflanzen, die heute vom Aussterben bedroht sind.

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