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Krieg, Unterdrückung, Gewalt, Migration - diese Themen prägen das Werk des aus dem Irak stammenden Künstlers Hiwa K, das ab diesem Freitag in der Kunsthalle Manheim zu sehen ist. Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet ein Teppich, auf dem Mannheim im Jahr 1943 zu sehen ist - zerstört, zerbombt, zerfallen. Die Luftaufnahme stammt von der deutschen Luftwaffe. Mit orangen Linien werden für den Kampfmittelräumdienst gefährliche Orte markiert. „Der Teppich ist eine Einladung, zusammen zu sitzen, zu reden“, erläuterte Hiwa K am Mittwoch in Mannheim.

Teppiche stehen nach seinen Worten auch für das Erzählen, in manchen Kulturen seien Geschichten in sie eingewebt. Auf dem großen Teppich bietet die Kunsthalle unterschiedliche Aktivitäten an, etwa einen Workshop mit einer Tänzerin, Gespräche und Musik.

Hiwa K ist bekannt für seine Videoinstallationen. Beispiel ist das in Mannheim gezeigte „Bell Project“. Aus metallischem Kriegsmaterial der Golfkriege hat der Künstler eine Glocke gießen lassen. Damit kehrt er einen historischen Prozess um: Früher wurden Glocken zu Kanonen eingeschmolzen, heute stellt Hiwa K aus alten Waffen eine Glocke her. Leinwände, auf denen die Entstehung der Glocke gezeigt wird, gruppieren sich um das aus 300 Kilo Metall entstandene Endprodukt. „Das Läuten schafft Raum, um an die vielen Toten der Kriege zu denken“, sagt der 44-Jährige.

In seiner neuesten Arbeit kombiniert Hiwa K Schwarz-Weiß-Fotografien und bunte Folien. Die Collagen in Leuchtkästen thematisieren Attentate, Denkmäler und Propaganda im Irak nach dem Fall der Monarchie Ende der 50er Jahre.

Hiwa K

Kunsthalle