Heilbronn Drama von Kurbjuweit in Heilbronn

Wollen immer im Takt rudern - und scheitern: Guido Schikore (links) und Joachim Foerster spielen in Heilbronn zwei Freunde. Foto: Thomas Braun
Wollen immer im Takt rudern - und scheitern: Guido Schikore (links) und Joachim Foerster spielen in Heilbronn zwei Freunde. Foto: Thomas Braun
Heilbronn / HANS GEORG FRANK 16.11.2013
"Zweier ohne" ist die Geschichte einer intensiven Freundschaft mit einem tragischen Ende. Heilbronn erlebte die Uraufführung.

Schon Heinz Rühmann wusste es anno 1930: "Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt." Vier Generationen später will sich Johann unbedingt an diesen Rat halten. Auf der Suche nach dem passenden Partner läuft ihm der lässige Ludwig über den Weg. Dirk Kurbjuweit, Edelfeder beim "Spiegel", erzählt die Entwicklung zweier Knirpse, die sich durch nichts und niemand trennen lassen wollen - und doch an dieser ehrgeizigen Vorgabe scheitern.

Was Kurbjuweit in feiner Sprache, die mit wenigen Worten so viel mitteilen kann, auf 125 Seiten abhandelt, hat Petra Wüllenweber für das Heilbronner Theater in eine 80-Minuten-Fassung eingepasst und auch gleich die Regie von "Zweier ohne" übernommen. Herausgekommen ist ein formidables Stück, das sich eng an die Vorlage hält und den Akteuren Raum lässt für leidenschaftliche Spielfreude.

Der Leser kennt die Schauplätze - Fluss, Autobahnbrücke, Werkstatt. Schwierig umzusetzen in der Enge der Kammerspiele, könnte man meinen, und doch bestens gelungen. Der Zuschauer darf zwischen Erheiterung und Betroffenheit seiner Phantasie vertrauen. Selbst das Titelobjekt, der Zweier ohne Steuermann, lässt sich so ausbooten.

Die Handlung erstreckt sich über sieben Jahre, vom Lausbuben bis zum Führerscheinneuling. Johann (Guido Schikore) und Ludwig (Joachim Foerster) wollen sein wie Zwillinge, abgekapselt in einer eigenen Welt. Doch Johanns Liebe zu Ludwigs Schwester (Luise Schubert) durchkreuzt den Plan. Deutlicher als im Buch und dennoch subtil wird auf der Bühne der schleichende Bruch des Duos erkennbar.

Dirk Kurbjuweit hat die stark beklatschte Premiere in Heilbronn nicht miterlebt. Für ihn war offenbar das politische Staatsschauspiel in Berlin wichtiger.

Info Nächste Termine am 21. und 22. November. Mehr unter www.theater-heilbronn.de

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