Kunst Documenta-Geschäftsführerin will mehr Geld von der öffentlichen Hand

Seit 2014 Geschäftsführerin der documenta: Annette Kulenkampff.
Seit 2014 Geschäftsführerin der documenta: Annette Kulenkampff. © Foto: dpa
dpa 21.03.2017

Wie hoch sind die Kosten für die documenta insgesamt?

Annette Kulenkampff: Der Finanzrahmen für die documenta 14 ist über einen Zeitraum von fünf Jahren 34 Millionen Euro.

Von wem kommt dieses Geld?

Rund die Hälfte kommt von den Gesellschaftern der documenta: dem Land Hessen und der Stadt Kassel. Darüber hinaus von der Kulturstiftung des Bundes. Die andere Hälfte von rund 17 Millionen Euro muss die documenta selbst erwirtschaften.

Was bekommen die Künstler?

Die documenta trägt wesentlich zur Finanzierung der Kunstwerke bei, die in den meisten Fällen Neuproduktionen sind. Diese Kunstwerke verbleiben im Besitz des Künstlers und es ist ihm überlassen, was er damit nach Beendigung der documenta macht.

Ist die documenta Ihrer Ansicht nach von der öffentlichen Hand ausreichend finanziert?

Im Verhältnis zur Finanzierung von Theatern ist die documenta durch die öffentliche Hand unterfinanziert. Zum Beispiel die saisonalen Festspiele in Bad Hersfeld erhalten pro Jahr einen Zuschuss von rund sechs Millionen Euro, in fünf Jahren mit 30 Millionen Euro also deutlich mehr als die documenta. Wenn man an die internationale Strahlkraft der documenta denkt, stimmt hier das Verhältnis nicht.

Welche Rolle spielen Sponsoren?

Wir sind abhängig von großen Sponsoren wie der Sparkassenfinanzstiftung oder VW ebenso wie von privaten Geldgebern, Stiftungen und Unterstützern. Das gelingt ganz gut, wird aber in Zukunft immer schwieriger. Das große Sport­event liegt oft näher als die komplexe Materie zeitgenössischer Kunst.

Die documenta beginnt in Athen am 8. April, in Kassel am 10. Juni. Wieviel kosten die Tickets?

Das Tagesticket kostet 22 Euro, zwei Tage sind für 38 Euro zu haben und eine Dauerkarte kostet einen Euro pro Tag, also 100 Euro in Kassel. Viele Ausstellungsorte in Athen sind kostenfrei zugänglich.

Info Annette Kulenkampff ist seit 2014 Geschäftsführerin der documenta GmbH. Kulenkampff wurde 1957 in Hannover geboren. Seit 1997 war die Kunsthistorikerin geschäftsführende Verlegerin des Hatje Cantz Verlags, wo die documenta-Kataloge erschienen sind.