München Die Pinakothek und die Kunst der Nazi-Zeit

München / DPA 20.05.2015
Die Pinakothek der Moderne in München erinnert mit einer neuen Ausstellung an die Gleichschaltung der Kunst im Nationalsozialismus.

Unter dem Titel "GegenKunst - ,Entartete Kunst' - NS-Kunst - Sammeln nach '45" zeigt das Museum Nazi-Kunst der NS-Künstler Adolf Ziegler und Josef Thorak und stellt ihnen Werke der unter Adolf Hitler als "entartet" diffamierten Künstler Max Beckmann und Otto Freundlich gegenüber.

Eine offizielle Ausstellungseröffnung gab es nicht, wie Kurator Oliver Kase gestern betonte. "Wir feiern keine Kunstwerke des Nationalsozialismus, wir zeigen Kunstwerke des Nationalsozialismus."

In der kleinen Schau, die noch bis zum 31. Januar 2016 zu sehen ist, gehe es auch nicht darum, die beiden Münchner Propaganda-Ausstellungen von 1937 zu rekonstruieren. Damals wurde im Haus der Kunst die erste der "Großen Deutschen Kunstausstellungen" mit von den Nazis befürworteter Kunst gezeigt, während in den Münchner Hofgartenarkaden die diffamierende Ausstellung "Entartete Kunst" präsentiert wurde.

Es sei aber "unbedingt notwendig, Kunstwerke des Nationalsozialismus zugänglich zu machen", sagte Kase. "Man mystifiziert und überhöht Dinge, indem man sie nicht zeigt."