Theater Die ADK wird zehn: „Furore“ mit Goldregen

Ludwigsburg / Otto Paul Burkhardt 21.07.2018

Feststimmung überall im Haus: „Ein gutes Gefühl“ leuchtet in schwungvollen Neonlettern über der Foyer-Bar. „Schöner wird’s nicht“, heißt der Leitspruch einer mitwirkenden Arbeitsgruppe. Und zum Beginn der Feierlichkeiten geht gar ein Goldglitter-Regen über den Gästen nieder. Zehn Jahre alt ist die Akademie für Darstellende Kunst Ludwigsburg (ADK) nun geworden, und da darf schon ein bisschen Glamour sein. Zum Geburtstag steigt bis 22. Juli das Theaterfestival „Furore“ mit neun Gastproduktionen aus ganz Europa und zwei eigenen Arbeiten der ADK. Am Donnerstag eröffnete Ministerpräsident Winfried Kretschmann das Fest: „Sorgen Sie weiter für Furore!“

Dabei war die Vorgeschichte der ADK bis zur Aufnahme des Lehrbetriebs 2008 – mit langem Gerangel um Kompetenzen und Standort – nicht unbedingt ein Ruhmesblatt. Doch inzwischen hat sich die Institution, zu deren Renommee Dozenten wie der belgische Theatermacher Luc Perceval beitrugen, mit derzeit rund 70 Studenten als Ausbildungsstätte an der Schnittstelle von Theater, Film und Neuen Medien zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Von über 500 Bewerbungen können zwar jeweils nur etwa 10 bis 15 einen Studienplatz ergattern, doch die ADK-Absolventen haben sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Ort der Ideen

In Zeiten einer „Eskalation der Angst vor dem Fremden“ seien „Einblicke in ein anderes Theaterspiel“, wie sie das Festival „Furore“ bietet, als „Chance“ und „Bereicherung“ zu verstehen, sagte Elisabeth Schweeger, die künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der ADK, zur Eröffnung. Mit der Frage „Was soll das Theater?“ kommentierte Kretschmann dann die aktuellen Politdebatten in Berlin und München: „Bitte keine Zugabe!“ Hier jedoch, an der ADK, sehe er Zugaben gerne. „Man spürt diesen Aufbruch.“

Der Alltag als Politiker, so Kretschmann augenzwinkernd, sei „nicht immer so kreativ“, eher eingeengt von einer „Fehlervermeidungskultur“. Theater dagegen sei inspirierend und politisch – ein Ort der Emotionen und Ideen. Angesichts einer weiter auseinanderdriftenden Gesellschaft sei Theater „wichtig für den Zusammenhalt verschiedener gesellschaftlicher Gruppen“.

Das Festival „Furore“ bringt Gastspiele aus Portugal, Polen, Ungarn, Großbritannien und Tschechien, kurzum, Theater, dessen Bandbreite von antiken Stoffen bis hin zu Pop-Up-Performances reicht. Oder, wie das siebenköpfige „Furore“-Team verspricht: „Es lebe die Uneinigkeit! Es lebe die Polyphonie!“

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