Mariinsky Ballett Das Mariinsky Ballett in Baden-Baden

Nadezhda Batoeva tanzt die Julia.
Nadezhda Batoeva tanzt die Julia. © Foto: ® State Academic Mariinsky Theatre
Baden-Baden / Nike Luber 23.12.2017

Ätherische Wesen, die schwerelos zwischen opulenten Kulissen schweben: Wenn es um den Zauber des klassischen Tanzes geht, ist das Mariinsky Ballett aus St. Petersburg eine der ersten Adressen. Für eine Woche zeigen die russischen Tänzerinnen und Tänzer im Festspielhaus Baden-Baden, wie die vom Choreografen Marius Petipa und vom Komponisten Pjotr Tschaikowsky begründete Tradition gepflegt und gelebt wird.

In Baden-Baden wird bis zum 27. Dezember das getanzt, was die Zuschauer lieben. Den Auftakt machte die 1940 entstandene Choreografie „Romeo und Julia“ auf die Musik von Sergei Prokofjew. „Der Nussknacker“ in einer Fassung von 1934 zählt seit Jahren zu den Publikumsfavoriten. Ergänzt werden diese Ballette durch ein in Baden-Baden noch nicht gezeigtes Stück, dieses Jahr „Paquita“ in der rekonstruierten Fassung des Meisters Petipa.

So viel Tradition heißt nicht, dass da veraltete oder blutleere Stücke zu sehen wären, in denen es „nur“ um die Kunst makellos ausgeführter Sprünge und Pirouetten ginge. Auch wenn die meist gemalten Kulissen das spätmittelalterliche Verona darstellen, die Tänzer in „Romeo und Julia“ auf den ersten Blick aus einem Bild von Sandro Botticelli zu stammen scheinen, oder im „Nussknacker“ der Schnee vom Bühnenhimmel rieselt – wenn getanzt wird, geht es zur Sache.

Die Solisten begeistern Tanz­enthusiasten mit ihrer großartigen Technik, vor allem aber zeichnen sie hinreißende Rollenporträts. Zum speziellen Charme des Mariinsky Balletts gehört das Orchester. Es wird vom erfahrenen Alexei Repnikov auf den Punkt dirigiert, was bei Tanz gar nicht einfach ist. Aber die Wucht und die Strenge, mit der Prokofjews Musik die Atmosphäre im Hause Capulet illustriert, wirken nur live musiziert.

Info Das Mariinsky Ballett im Festspielhaus Baden-Baden: „Paquita“ am 23. und 27. 12., 19 Uhr,  „Der Nussknacker“ am 25. 12., 18 Uhr, und 26. 12., 14 und 19 Uhr.  www.festspielhaus.de

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