Ulm Das Bildhafte in der Musik

 Verena Beatrix Schulte und Hanna Rabe.
 Verena Beatrix Schulte und Hanna Rabe. © Foto:  Privat
Ulm / BURKHARD SCHÄFER 16.03.2016
"The Art of Imagination" hat das junge deutsche "Queens Duo" Verena Beatrix Schulte (Flöte) und Hanna Rabe (Harfe) seine Debüt-CD genannt. Sie vereint vier Werke.

Mit der reizvollen "Suite op. 6" des deutschen Komponisten B. Hilse (sein genauer Vorname ist unbekannt) aus dem Jahr 1911 hat das Duo eine echte Entdeckung gemacht. Das bekannteste Stück auf der CD dürfte die herrliche englische "Sonata for flute and harp" von Arnold Bax sein, die hier eine bezwingende Interpretation erfährt. Eine tolle Ausgrabung ist dann wieder die "Casilda"-Opernfantasie, die der Komponist und Flötist Franz Doppler in Zusammenarbeit mit Antonio Zamara, dem einstigen Solo-Harfenisten der Wiener Hofoper, Mitte des 19. Jahrhunderts geschrieben hat. Osteuropäische Rhythmen, Jazz-Anklänge und Prärie-artige Cinema-Sounds dominieren dann das letzte Stück der CD: die "Sonata" des 1966 geborenen Briten Andy Scott. Klasse! (Erschienen bei Tyxart im Vertrieb von Note 1)

Drei Fragen an . . . .

... das Queens Duo

Frau Rabe, welche Idee steckt hinter dem Titel der CD?
"The Art of Imagination" setzt sich mit der Bildhaftigkeit in der Musik auseinander. Wir haben auf dieser CD Werke von Komponisten eingespielt, die sich - entsprechend ihrer Lebensgeschichte und ihres zeitlichen Umfelds - von Poesie, Film oder auch Oper inspirieren ließen. In unseren Proben arbeiten wir sehr gerne mit Bildern, weshalb für uns klar war, dass wir diesen Bereich der Musik auch in unserem Debüt-Album ansiedeln wollen.

Was können Sie uns über die Werke von Hilse und Scott sagen?
Bei diesen Stücken handelt es sich zwar nicht direkt um Filmmusik, aber die Verbindung dazu findet sich in der Inspirationsquelle der beiden Komponisten. Hilse schrieb damals Stummfilmmusik, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und entwickelte wohl deshalb diese blumige Klangsprache, die sich in seiner Suite für Flöte und Harfe zeigt. Andy Scott, den wir persönlich kennenlernen durften, ist einfach ein großer Bewunderer von Ennio Morricone.

Frau Schulte, warum gibt es nur so wenige Werke für Ihre Besetzung?
Die Ringklappen-Mechanik der Flöte und die Doppelpedal-Mechanik der Harfe wurden erst Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelt. Vorher waren beide Instrumente in ihren Möglichkeiten weit eingeschränkter und daher unattraktiv für viele Komponisten. Da beide Instrumente im Frankreich des 19. und 20. Jahrhunderts in Mode waren, entstand gerade dort viel Literatur für diese Besetzung. Nicht umsonst waren die Harfe und die Flöte Debussys Lieblingsinstrumente.

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