Passionsspielhaus Christian Stückl inszeniert „Der fliegende Holländer“

Natürlich geht es um Liebe, sagt Chistian Stückl über seine Wagner-Inszenierung.
Natürlich geht es um Liebe, sagt Chistian Stückl über seine Wagner-Inszenierung. © Foto: dpa
kna 29.06.2017

Herr Stückl, warum musste es der „Fliegende Holländer“ sein?

Christian Stückl: Als vor drei Jahren die Neue Münchner Philharmonie bei uns ein Konzert gab, war ich von den jungen, internationalen Künstlern begeistert. Mit diesen motivierten Musikern, dachte ich, müsste es funktionieren, mal Oper auszuprobieren. In Salzburg fand ich in dem Letten Ainars Rubikis einen jungen, spannenden Dirigenten, mit dem wir dann „Nabucco“ gemacht haben. Mit ihm und allen anderen zu arbeiten, machte so Spaß, dass wir nun den „Holländer“ versuchen wollten.

Das Stück gehöre zur „Gattung grausenerregender Geister- und Zauber­opern“, schreibt 1841 der Regisseur Karl August Freiherr von Lichtenstein. Wie sehen Sie das Werk?

Wichtig war, dass es eine Chor-Oper ist. Da kann unser riesiger Chor unter Leitung von Markus Zwink mitwirken. Ein paar Leute wollten von mir die Story wissen. Dann habe ich erzählt. Da meinten manche: Das ist ja wie „Fluch der Karibik“, Teil Null.

Wagner macht in seiner Partitur auch dem Regisseur Vorgaben. War das für Sie hilfreich?

Sich zu hundert Prozent daran zu halten, geht nicht mehr. Wir haben eine andere Zeit. Auf unserer Freilichtbühne können wir auch keine großen Verwandlungen machen. Stefan Hageneier hat ein Einheitsbühnenbild geschaffen. Aber es gibt ein Schiff zu sehen, erst in der Weite, im dritten Aufzug spielt alles auf dem Deck. Aber unser Problem ist, dass wir im ersten Aufzug nicht mit Licht arbeiten können. Auch den Sturm können wir nicht eigens machen, außer es stürmt tatsächlich.

Wagner selbst spricht vom Holländer als dem „gefallenen Engel“. Hat die Oper eine religiöse Dimension?

Das dürfte ein wenig überinterpretiert sein. Natürlich geht es um Liebe. Wir sehnen uns danach, kriegen diese aber nie so, wie wir sie haben wollen. Auch Treue suchen wir und werden doch selber untreu. Mit der faustischen Ebene ist eine bestimmte religiöse drin. Aber wir machen den Holländer nicht katholisch, auch nicht protestantisch.