„Bereits der überfüllte Parkplatz des Alten Theaters und die vielen Leute auf den Gehwegen rundherum ließen darauf schließen, dass das CD-Release-Konzert von Liffey Looms auf sehr große Publikumsresonanz stieß. Und so waren dann auch pünktlich nahezu alle Plätze in diesem schönen Theater-Ambiente besetzt.

Der Name „Liffey Looms“ entstand in einem besonderen Moment in Irland, als der Fluss Liffey bei Dublin den Ulmer Musiker Léon Rudolf in besonderem Maße in seinem Songwriting inspirierte. Mit Eena May macht er bereits seit einigen Jahren zusammen Musik, aber erst Ende 2015 beschlossen die beiden, als Duo die musikalische Welt zu erobern.

Wie gut sie aufeinander eingespielt sind, das war an diesem Abend deutlich zu spüren. War früher die prägnante Stimme von Rudolf das tragende Element ihrer Musik, sangen sie nun nahezu jedes Stück zweistimmig, wobei die Stimmfarbe von May sich perfekt in die Harmonien einfügte. Zudem beschränkten sich die zwei nicht nur auf ihre Stimmen und Begleitinstrumente wie Bass und Gitarre. Eena May baute stattdessen gekonnt weitere Instrumente wie Mandoline, Querflöte und Xylophon ein, während Léon Rudolf mit seinen Füßen zusätzlich den Schlagzeugrhythmus dazu gab.

Eine komplette Band also. Bei diesem CD-Release-Konzert hatten sie allerdings auch darüber hinaus noch eine richtige Band am Start: Freunde aus der Studienzeit Rudolfs an der Popakademie in Mannheim ließen es sich nicht nehmen, mit Schlagzeug, Keyboard, Akkordeon und E-Gitarre die eher ruhigen harmonischen Songs der Liffey Looms mit einer anderen musikalischen Facette zu versehen. Wer Liffey Looms vor kurzem noch bei der Kulturnacht gesehen hat, war erstaunt, was die dort im Duo gespielten, scheinbar ausgereiften Lieder dann in voller Bandbesetzung noch hergaben. Das spricht für das Songwriting von Liffey Looms, die nach einer großartigen Performance noch einen heftig erklatschten Zugabenblock von drei Stücken spielten.