Bei der geplanten und sehr teuren Sanierung der Stuttgarter Oper sollten Stadt und Land nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler vor allem auf die Kosten achten. Ebenso wichtig sei auch die Transparenz, mahnte der Verband am Montag und warnte vor Baukostenüberschreitungen. Äußerst riskant sei der Eingriff in die Bausubstanz des rund 100 Jahre alten und denkmalgeschützten Operngebäudes. Beispiele in Köln und Berlin zeigten, dass Sanierungen von Opernhäusern leicht zu einem Fass ohne Boden werden könnten.

Es müssten nicht nur Varianten berücksichtigt und eventuell auf die moderne Kreuzbühne verzichtet werden, forderte der Steuerzahlerbund. Auch bei der Interimsspielstätte, die in der Zeit der Sanierung benötigt wird, müsse eine nachhaltige Nutzung eingeplant sein. „Es wäre den Bürgern nicht vermittelbar, wenn in eine Spielstätte investiert, diese aber nur kurz genutzt und dann abgerissen wird“, warnte der Verband.

Nach einer jahrelangen Debatte über die Sanierung soll das Projekt allerdings schon an diesem Dienstag (19.30 Uhr) einen entscheidenden Schritt vorankommen. Bei einer Tagung des Verwaltungsrates der Staatstheater wollen Stadt und Land darlegen, wie sie sich die Gestaltung des größten Dreispartenhauses der Welt vorstellen. Die letzte Entscheidung fällt dann im Gemeinderat und im Landtag. Dort werden die notwendigen Mittel bewilligt. Über die Gesamtkosten des Umbaus wird bisher nur spekuliert. Im Raum stehen Summen zwischen 500 und 800 Millionen Euro für die Pläne mit einer Kreuzbühne und einer mehrjährigen Zwischenlösung.

Bund der Steuerzahler