Köln Bühnenverein: Künstler sozial besser absichern

Rolf Bolwin vom deutschen Bühnenverein appelliert an die Politik.
Rolf Bolwin vom deutschen Bühnenverein appelliert an die Politik. © Foto: Marcus Brandt/dpa
DPA 27.12.2013
An den Feiertagen sind Theater gut besucht. Dass viele Schauspieler am Rande des Existenzminimums arbeiten, wissen die wenigsten Zuschauer.

Der Deutsche Bühnenverein fordert eine ausreichende soziale Absicherung von Schauspielern, Sängern und Tänzern. Dies gehe nur über die bisher in Deutschland üblichen festen Ensembleverträge, betont Rolf Bolwin, der Direktor des Arbeitgeberverbandes der deutschen Theater. Angesichts der Finanznot vieler Bühnen seien diese aber rückläufig. Derzeit gebe es mehr als 23 000 Kurzzeitverträge, die für eine Produktion oder Auftritte an wenigen Abenden abgeschlossen würden. Damit verdreifachte sich deren Zahl in 20 Jahren - eine "problematische Entwicklung". Denn nur, wenn die Häuser am Ensemble- und Repertoirebetrieb festhielten, sei die soziale Absicherung der Künstler durch Tarifverträge möglich.

Bolwin fordert die große Koalition in Berlin auf, sich mit der sozialen Absicherung kurzfristig beschäftigter Schauspieler auseinanderzusetzen. Wenn Künstler zwischendrin immer wieder arbeitslos seien, "muss man dafür eine Arbeitslosenversicherung aufbauen, die das abfängt". Besser aber sei es, Geld für Beschäftigung auszugeben. "Die größte soziale Absicherung der Künstler liegt in der Finanzierung der Theater- und Orchesterbetriebe."

Die monatliche Mindestgage für Schauspieler im Ensemble beträgt 1650 Euro. Die Durchschnittsgage liegt laut Bolwin bei rund 2500 Euro im Monat. Besonders an kleinen Häusern seien Künstler häufig auf Grundlage der Mindestgage tätig.

Der Bühnenverein hält am Plan fest, die deutsche Theaterlandschaft als immaterielles Unesco-Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. Bislang sind knapp 130 Vorschläge für das geplante deutsche Verzeichnis zum immateriellen Kulturerbe eingegangen. "Wir können uns nicht als eines der größten Kulturländer Europas hinstellen und sagen, bei uns ist nur Bier, Brot und Karneval immaterielles Kulturerbe", sagte Rolf Bolwin.