Leipzig Buchblogger werden für Verlage wichtiger

Literaturbloggerin Sophie Weigand betreibt die Seite "Literaturen".
Literaturbloggerin Sophie Weigand betreibt die Seite "Literaturen". © Foto: dpa
Leipzig / CLAUDIA KORNMEIER, DPA 19.03.2015
Sie haben viele Freiheiten, verdienen aber kein Geld mit ihrem Schreiben: Literaturblogger suchen noch nach ihrer Rolle auf dem Buchmarkt.

Sophie Weigand hat schon viel ausprobiert. Banner-Werbung, die Verwertungsgesellschaft VG Wort, Verlinkungen. Geld eingebracht hat der Literaturbloggerin nichts von alledem. Dafür sind die Zugriffszahlen auf ihr Blog "Literaturen" zu gering. Für die Verlage sind Blogger dennoch wichtiger geworden. Auch die Leipziger Buchmesse hat ihnen in diesem Jahr eine Bloggerlounge eingerichtet - für die hatten sich mehrere Blogger akkreditiert.

Seit 2011 bespricht Weigand auf ihrer Webseite Bücher - alles, was ihr gefällt. Hinzugekommen sind Autoren-Interviews und Beiträge über Fragen, die den Literaturbetrieb bewegen. Wie eben jene nach dem Geld verdienen mit Buchblogs. Weigand selbst ist ernüchtert: "Ich werde damit niemals Geld verdienen." Ein Literaturblog kann aber als Visitenkarte dienen.

Karla Paul führte für ihr Blog "Buchkolumne" ein Interview mit der Geschäftsführerin der Plattform Lovelybooks. Am Ende des Gesprächs hatte Paul einen Job als Redaktionsleiterin des Literaturnetzwerks. Heute arbeitet sie für den Verlag Hoffmann und Campe. Daneben gibt sie in der ARD Buchtipps, moderiert Lesungen und leitet Seminare. "Ich vermarkte mich über mein Blog", sagt Paul.

Richtig professionell gingen bisher wenige Literaturblogger vor, sagt Paul. "Die machen sich viel zu klein." Denn natürlich seien Buchblogs eine Konkurrenz für das klassische Feuilleton, gerade wegen der persönlichen Note.

Ein Blogger hat Freiheiten, die eine Kulturredaktion selten hat. Wenn Sophie Weigand will, dann bespricht sie statt einer Neuerscheinung einen Klassiker wie Oscar Wildes "Bunbury". Außerdem könnten Blogger mit einer lockeren Sprache andere Leser erreichen als Zeitungen, meint Weigand.

"Blogger haben für uns eine große Bedeutung", sagt Irmi Keis vom Heyne-Verlag. Sie seien das, was früher die Freundin war, auf deren Empfehlungen man vertrauen kann. Außerdem besprächen manche Blogger Titel, die im Feuilleton kaum vorkommen, wie etwa Fantasy-Romane. Die Verlagsgruppe Random House betreibt seit März ein eigenes Portal für Blogger.

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