Das von Rainer Zellner präsentierte „Festival of Bluegrass & Americana Music“ rollt mit seinem „Banjo-Bus“ bereits das zehnte Jahr in Folge durch Deutschland. Das Ulmer Gastspiel fand vor 200 Besuchern im Ulmer Stadthaus statt; die Örtlichkeit entpuppte sich als echter Glücksfall, sahen sich die amerikanischen Musiker doch genötigt, den einen oder anderen „Gluhwein“ auf dem „Christmas market“ zu trinken.

Mitgereist waren drei Bands, die für unterschiedliche Stile innerhalb der breit gefächerten Landschaft der US-amerikanischen Roots-Musik stehen. Darunter der absolute Geheimtipp Bill and the Belles aus Virginia.

Das Quartett um den Gitarristen und Sänger Kris Truelsen wirkte schon optisch wie aus der Zeit gefallen. Der junge Mann mit dem einschmeichelnden Tenor, der aussieht, als ob er einem John-Steinbeck-Roman entstiegen wäre, spielte einen sehr gefälligen Oldtime Country. Das klang in etwa so wie amerikanische Radiomusik in den 1930ern und 1940ern geklungen hat: gefällige Melodien und harmonischer Satzgesang, perfekt abgestimmt mit den beiden Damen Kalia Yeagle (Violine) und Grace van’t Hof (Banjo).

Auch die New Yorker Zwillinge Brother Brothers, die mit Folk-Pop irgendwo zwischen den Everly Brothers und Simon & Garfunkel (besonders bei „Bird on the tree“) den Abend eröffnet hatten, und die Bluegrass-Band Jeff Scroggins & Colorado hinterließen einen formidablen Eindruck. Zum Finale durften alle gemeinsam auf die Bühne. Elf Musikerinnen und Musiker: ein unvergesslicher Abend. „Stay tuned!“