Orchesterkonzert Bläserphilharmonie gibt Konzert mit Musik aus Amerika

Pianist Janis Pfeifer konzertiert mit der Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein vor 700 Besuchern in der Pauluskirche. Foto: Martina Dach
Pianist Janis Pfeifer konzertiert mit der Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein vor 700 Besuchern in der Pauluskirche. Foto: Martina Dach © Foto: Foto: Martina Dach
Blaustein / Magdi Aboul-Kheir 14.11.2016

Popularität durch Qualität: In der Ulmer Pauluskirche hat am Samstag die Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein mit Pianist Janis Pfeifer 700 Zuhörer mit Werken made in the USA restlos begeistert. Die Vereinigten Staaten sind durch die Präsidentenwahl derzeit in aller Munde.  So auch  bei der Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein, die im dritten Jahr zugunsten der Aktion 100 000 und Ulmer helft musizierte. „Hatte Dirigent Manuel Epli etwa eine Vision, als er das hochrangige Benefizkonzert ausschließlich mit  amerikanischen Werken bestückte?“,  fragte Aktionsleiter Karl Bacherle in der ausverkauften  Pauluskirche.

In anspruchsvollen Transkriptionen und Originalkompositionen made in USA ging es volles Rohr über den großen Teich. Sicherheitsgurte waren für die rund 700 Zuhörer nicht nötig beim attraktiven Programm, das mit „Variations on America“, einem Frühwerk des erst 17-jährigen Charles Ives, überschrieben war. Ursprünglich für Orgel komponiert, entwickelte William E. Rhoads’ bläsersinfonische Ver­sion fetzige Strahlkraft, die mit teils schrägen Harmonien in tänzerischen, marschmäßigen oder swingenden Variationen um die feierliche englische Nationalhymne „God save the Queen“ kreisen – vielfarbig, voller Esprit quasi ein Sinnbild für den Schmelztiegel USA.

Hochmotiviert, sprühend vor Musikalität und technischer Reife an fast 70 Pulten, darunter einige versierte Solisten, zog das  Orchester, das seit 2004 unter der Leitung des 33-jährigen Epli heuer  die Deutsche Meisterschaft beim 9. Deutschen Orchesterwettbewerb gewann, in seinen Bann. Entdeckenswert gefiel David Maslankas Programmdichtung (2005) „Give us this Day“ nach einer Zeile aus dem „Vater unser“. Pointiert setzte Eplis effizientes Dirigat Akzente in dem Klangtross aus mystischen Röhrenglocken, Bläserfanfaren sowie wuchtigem Forte-Finale mit Beckentusch, Tam-Tam und Tuben im Nebelhörner-Klang.

Jazz steht für Freiheit und das Lebensgefühl des modernen Amerika. Jazz-Prisen würzten Alfred Reeds melodiesattes Meisterwerk  „Russian Christmas Music“ , dem Musik-Master-Student Benedikt Bertsch auf dem Englischhorn  wunderbare Solo-Kantilenen im Wechsel mit dem gigantischen Tutti  beisteuerte, wie auch Leonard Bernsteins  spritzig-überschwängliche Ouvertüre zum „Candide“-Musical.

Wer kennt es nicht, das signalhafte Klarinetten-Solo (Konzertmeister Sebastian Sommer) aus der „Rhapsody in Blue“, einem Welterfolg  des US-Broadway-Komponisten George Gershwin? Im virtuosen Solopart  brillierte Janis Pfeifer als Tastenlöwe mit Pep, Feeling und etwas Show zusammen mit dem punktgenau korrespondierenden Klangkörper. Umjubelt blieb der 23-jährige Ulmer, ein vielfacher Preisträger und gefragter Pianist, bei  seiner Solo-Zugabe mit Igor Strawinskis „Piano-Rag-Music“ en vogue in den 20er Jahren.

In „Symphonic Dances“ aus Bernsteins „West Side Story“ stieg das Orchester im satten Sound mit lupenreinen Soli, Harfe, Philipp Solle an der Celesta sowie treibenden sechsfachen Percussions, „Mambo“-Rufen und Fingerschnipsen in die Vollen.

Der explosive 20-Minüter mit bekannten Musical-Themen  riss das Publikum derart zu Begeisterung hin, dass der „Mambo“ glatt wiederholt werden musste – ein heißer Muntermacher für die frostige Nacht.

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