Nach der Eröffnung der neuen Altstadt wird in Frankfurt über weitere historische Rekonstruktionen diskutiert. Neben dem Schauspielhaus gibt es diese Forderung auch für die Paulskirche. Beide Gebäude müssen saniert werden - die Frage ist, wie.

Eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum informiert ab Samstag über die Baugeschichte der Paulskirche. Unter dem Titel „Ein Denkmal unter Druck“ liefert die Schau klare Argumente.

Die Paulskirche wurde als protestantisches Gotteshaus gegründet. 1848 tagte hier die Nationversammlung, das erste demokratische Parlament Deutschlands. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1948 mit einem modernen Innenraum wieder aufgebaut.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) möchte die Paulskirche zu einem Demokratie-Zentrum weiterentwickeln. Über die äußere Form müsse demokratisch entschieden werden, sagte der OB bei der Vorbesichtigung am Donnerstag: Man könne nicht der Demokratie ein Denkmal setzen und dann anderen den Mund verbieten. Entscheidend sei, „dass die Menschen verstehen, was der Geist der Paulskirche ist“. Dass „Balustraden und Säulchen“ dabei helfen, glaubt Feldmann nicht, die schlichte Form der Gegenwart sei hingegen „ein starker Hinweis“.

Peter Cachola Schmal, der Direktor des Architekturmuseums, spricht sich klar gegen eine Rekonstruktion des Vorkriegsbaus aus. Er empfiehlt, „das bundesrepublikanische Denkmal zu putzen und zu pflegen“. Wollte man den Urzustand wieder herstellen, müsste man das Gebäude bis auf die Grundmauern abtragen und völlig neu bauen. „Einen Kompromiss zwischen Rekonstruktion und Heute gibt es nicht.“

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