Konstanz Hakenkreuze in Theateraufführung nicht strafbar

Ein Plakat, das das Stück Mein Kampf von George Tabori ankündigt. Foto: Felix Kästle
Ein Plakat, das das Stück Mein Kampf von George Tabori ankündigt. Foto: Felix Kästle © Foto: Felix Kästle
Konstanz / DPA 18.04.2018

Die geplante Verwendung von Hakenkreuz-Symbolen während einer Theateraufführung von George Taboris „Mein Kampf“ in Konstanz ist nicht strafbar. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Das Konzept sei von der Kunstfreiheit gedeckt. Daher werde kein Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen des Stadttheaters eingeleitet. Vor der umstrittenen Premiere am Freitag (20. April) waren bei der Behörde mehrere Anzeigen eingegangen.

Das Konstanzer Theater will Besuchern, die sich verpflichten, während der Vorstellung im Saal ein Hakenkreuz-Symbol zu tragen, freien Eintritt gewähren. Wer dagegen eine Karte kaufe, könne einen Davidstern als Zeichen der Solidarität mit den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft tragen. Der Davidstern steht als Symbol des Judentums.

Nach Angaben des Theaters sind bislang bereits mehrere Anfragen für Freikarten eingegangen. Das Konzept sei Teil der Inszenierung und solle unter anderem zeigen, wie leicht Menschen korrumpierbar seien. George Taboris Werk „Mein Kampf“ ist laut Schauspielhaus eine Karikatur der früheren Jahre Hitlers. Inszeniert wird das Stück vom Regisseur und Kabarettisten Serdar Somuncu.

Die Freikarten-Idee hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt - auch angesichts der Tatsache, dass das Premierendatum auf den Geburtstag von Adolf Hitler fällt. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft in der Bodensee-Region und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz hatten zum Boykott des Stückes aufgerufen. Das Theater teilte daraufhin mit, dass Zuschauer, die das Datum als Provokation empfänden, die Karten umtauschen könnten.

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