Kunst Anselm Kiefer in Augsburg

Anselm Kiefers „Sainte Mechtilde de Magdebourg“ (2015-16).
Anselm Kiefers „Sainte Mechtilde de Magdebourg“ (2015-16). © Foto: Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, London/Paris/Salzburg
Augsburg / Claudia Reicherter 14.02.2019

Ignaz Walter hat sie alle: An einer Wand gruppieren sich fünf Gemälde von Daniel Richter. Gegenüber drängen sich sechs Kleinformate Gerhard Richters. Nicht weit davon hängt dessen berühmter „Onkel Rudi“. Immendorff füllt ein ganzes Kabinett, umringt von Baselitz, Kirkeby, Markus Oehlen, SEO, A.R. Penck, Arnulf Rainer, Max Kaminski, Hermann Nitsch. Auch weibliche Künstler sind im Museum Walter im Augsburger Glaspalast, einer ehemaligen Textilfabrik, vertreten: Cornelia Schleime, Elvira Bach, Monika Kaiblinger, Natascha Pohlmann. Der Bauunternehmer und Architekt begann schon als Student zu sammeln und nennt heute rund 2000 Werke sein Eigen. 900 davon zeigt er permanent in dem leider allzu vollgehängten Museum.

Auch Anselm Kiefer zählt Ignaz Walter zu seinen Schätzen. Zwischen 1976 und 2016 gelang es ihm, mit elf Arbeiten fast alle „von Kiefer bedienten Techniken“ zusammenzutragen, erklärt er zur Eröffnung der neuen Ausstellung in der dem Museum angegliederten Galerie Noah, die zwischen den großartigen, meist herrlich groß- bis übergroßformatigen Arbeiten des 1945 in Donaueschingen geborenen Kunsterneuerers zum Glück viel weiße Wand lässt.

So können die Meisterwerke in „Anselm Kiefer aus der Sammlung Walter“ neben ganz neuen Bildern aus der Pariser Galerie Ropac ihre Wirkung entfalten. Zwischen Holzschnitt-Collagen auf Leinwand mit Acryl, Kohle und Schellack wie „Sainte Mechtilde de Magdebourg“ oder das mehr als siebeneinhalb auf viereinhalb Meter große und mittels Metallgestell fast einen Meter in den Raum ragende „untitled“, beide von 2015/16, stehen thematisch harmonierend „Frauen der Antike“, Plastiken aus Stacheldraht und diversen anderen Materialien von 2004-06 im hohen Fabrikraum. Der scheue Meister selbst musste seine Teilnahme an der Vernissage, eine „Herzensangelegenheit“ des rührigen Sammlers, kurzfristig absagen. Anselm Kiefer war „leider erkrankt“.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel