Konzert Anita und Alexandra Hofmann: Seelenmomente in der Pauluskirche

Ulm / Christoph A. Schmidberger 23.12.2017

Weihnachten als Fest der Familie ist eine Institution, mit der das Gesangsduo Anita und Alexandra Hofmann privat wie beruflich eng verbunden ist. So sind die fantasievollen weißen Kleider, mit denen die Schwestern das Publikum am Donnerstagabend in der nahezu ausverkauften Pauluskirche in Ulm auch optisch verzauberten, Werke ihrer Mutter.

Anita (40) und Alexandra (43) bewohnen ein Doppelhaus im Meßkircher Stadtteil Igelswies, die Eltern wohnen im Haus nebenan. Von dort hatten sie schon im Kindesalter eine Karriere gestartet, die man in unzähligen TV-Sendungen wie „Musikantenstadl“ oder „Willkommen bei Carmen Nebel“ verfolgen konnte – am 5. Januar, 20.15 Uhr, bringt der SWR eine 90-minütige Sendung „Auf Hautkontakt mit Anita und Alexandra Hofmann“.

Jeweils zweimal wurden die beiden mit der „Krone der Volksmusik“ und der „Goldenen Stimmgabel“ ausgezeichnet. Sie wechselten zum Produzenten Jack White, legten den alten Künstlernamen „Geschwister Hofmann“ ab und wechselten seit 2011 vom volkstümlichen Schlager hin zum Electropop-Schlager, wie ihn etwa Helene Fischer  und Vanessa Mai verkörpern.

Eine Tour nur durch Kirchen

Davon gab es in der Pauluskirche erwartungsgemäß nichts zu hören, schließlich führt die mit „Seelenmomente“ betitelte Tour im Winter und Frühjahr durch Kirchen. Bei ihrem ersten Auftritt in Ulm zogen sie singend mit Kerzen in die dunkle Kirche ein, bevor es dann eineinhalb Stunden lang eine abwechslungsreiche Mischung aus besinnlichen Titeln ihres Albums „Kuschelmomente“, festlicher Weihnachtsmusik und Gospel gab.

Inspiriert von einem Kirchenbesuch in den USA lockten sie mit den beiden Gasttenören Elias und Gabriel das Publikum aus der Reserve –  „Oh happy day“ oder Händels „Halleluja“ im Finale machten den Gästen Spaß und auch den Schwestern tat das vierstimmige Singen sichtlich gut. Toll, wie viel Soul in Anitas Stimme steckt, die sonst vor lauter Anmut – etwa im „Ava Maria“ – Eis zum Schmelzen brachte.

Da es instrumentale Begleitung nur aus der Konserve gab, war es eine richtige Wohltat, dass Anita für „Tochter Zion, freue dich“ zur Trompete und Alexandra für „Adeste Fideles“ zum Saxophon griff. Genau das richtige Wohlfühlprogramm in der oft stresserfüllten Adventszeit mit publikumsnahen und familiär eingestellten Seelenbotschafterinnen, die nach Konzertende sogar trotz „kalter Fußis“ im klammen Kirchenvorraum noch fast eine Stunde lang für Autogramme, Fotos und Umarmungen bereitstanden.

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