Comedy Andreas Rebers und Evas Veggie-Tag

Will Misstrauen säen: Andreas Rebers mit angeklebtem Bärtchen.
Will Misstrauen säen: Andreas Rebers mit angeklebtem Bärtchen. © Foto: Albert Hefele
Ulm / Albert Hefele 17.07.2018

Andreas Rebers hat einen brokatenen Wandteppich vor seinem Piano hängen, darauf röhrende Hirsche auf der Waldlichtung. „Das kann ja gemütlich werden“, denkt sich der Betrachter – und täuscht sich gewaltig. Denn kaum hat Rebers hinter dem Piano Platz genommen, klebt er sich ein bekanntes Blockbärtchen an. Es geht um einen Adolf-Hitler-Ähnlichkeitswettbewerb, und Kim jong fliegt schon in der Vorrunde raus, aber Erdolf hat gute Chancen. Von den Mullahs gar nicht zu reden, denn wenn die von was Ahnung haben, dann von Bärten.

Es geht also saftig los vor der voll besetzten Tribüne am Blautopf. Rebers – das ist ihm wichtig – ist nicht für gute Stimmung zuständig. Im Gegenteil, er möchte Misstrauen säen. „Misstrauische Menschen sind zufriedener, man sieht’s ihnen bloß nicht an.“ Dabei hatte die Menschheit ganz gut angefangen. Von wegen Paradies und so. Hätte Eva nur nicht diesen Veggie-Tag einlegt – und wie das geendet hat, wissen wir alle. Überhaupt das Weib: „Was nützt ein Dach über dem Kopf, wenn da­run­ter ein unzufriedenes Weib wohnt . . ?“

So spricht jedenfalls die Bibel, und schließlich heißt das Programm „Amen“. Obwohl sich Rebers als „Hausmeister des Herrn beziehungsweise der Blockwart Gottes“ vorstellt, empfindet er für die Religionen nur wenig Sympathie. Am liebsten würde er alles schön durcheinanderwürfeln. Zu dem Zweck hat er auch schon eine Religionsgemeinschaft gegründet: die schlesischen Bitoken. Eine Art von religiösem Wolperdinger, ein Fabelwesen, zusammengesetzt aus den Versatzstücken aller Glaubensrichtungen.

Die Bitoken haben „Beschneidung und Bescherung“ im Programm, ihre Gotteshäuser sind Kigogen und Synoscheen und für alle Menschen offen, die das Verbindende suchen. Und –  laut Andreas Rebers – schon von der Stiftung Warentest mit „beste Religion von allen“ geadelt worden. Immerhin ein positiver Aspekt.

Denn ansonsten teilt Rebers ziemlich ungezielt in alle Richtungen aus. Natürlich Merkel, natürlich AfD, aber auch frauendominierte, windelweiche Kindererziehung, Fahrradhelme, Dieselfahrverbot, Grüne, SPD und Islamisten: „Der Islamist, der arme Wicht, die gute Laune kennt er nicht, hat keine schöne Volksmusik, drum führt er gern Guerilla-Krieg!“

 Dabei gibt es auch Schönes zu berichten. Das privat betriebene Observatorium in Wildberg hat einen bisher unbekannten Kleinplaneten nach Andreas Rebers benannt. Mit Urkunde und Registrierung bei der Nasa. Wenn das Donald Trump wüsste.

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