Die koloniale Vergangenheit Deutschlands ist Schwerpunkt einer neuen Ausstellung im Stuttgarter Lindenmuseum. Unter dem Titel „Wo ist Afrika?“ zeigt das Museum von Samstag (16. März) an eine Neupräsentation seiner Afrika-Sammlungen. Beim Betrachten der Objekte soll es auch darum gehen, ein durch kolonialistische Stereotypen geprägtes Afrikabild aufzubrechen, so Museumssprecher Martin Otto-Hörbrand im Vorfeld.

Die Stücke stammen aus dem Kongobecken und dem heutigen Kamerun, Mosambik, Nigeria und Tansania. Ein Großteil von ihnen gelangte während der Kolonialzeit ab dem Ende des 19. Jahrhunderts in die Sammlungen. In der Ausstellung soll ihre Geschichte aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Ein Beirat aus in Deutschland lebenden Menschen afrikanischer Herkunft hat an der Konzeption mitgewirkt.

Das Linden-Museum will mit der Ausstellung auch seine Herkunftsforschung zu kolonialzeitlichen Objekten weiter vorantreiben. Erst im Februar hatte die baden-württembergische Landesregierung eine historische Bibel und eine Peitsche aus der Sammlung des Museums an Namibia zurückgegeben. Beide Gegenstände waren zu Kolonialzeiten geraubt worden. Sie gehörten Hendrik Witbooi, einem Anführer des Volkes der Nama. Dessen Mitglieder wurden vor mehr als 100 Jahren zu Tausenden von Truppen der deutschen Kolonialmacht getötet. „Es kann gut sein, dass es weitere Rückgaben gibt“, sagte Museumssprecher Otto-Hörbrand. Momentan gebe es aber keine Anfragen.

Wo ist Afrika?