Berlin AfD-Sprecher filmt Aufführung von "Fear"

Berlin / DPA 09.11.2015
Weil er Videoaufnahmen von einer Aufführung der Anti-AfD-Collage "Fear" an der Berliner Schaubühne gemacht hatte, hat der Sprecher der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland für einen Eklat gesorgt.

Am vergangenen Dienstag war aus diesem Grund während der Aufführung des Stücks von Falk Richter ein Schauspieler von der Bühne gesprungen und hatte AfD-Sprecher Christian Lüth, der mit einer Kollegin im Publikum saß, mit Rauswurf gedroht.

Die Videoaufnahme habe er inzwischen, wie vom Theater gefordert, gelöscht, sagte Lüth am Samstag. Er finde das Stück "beleidigend und geschmacklos". Dass die Parteivorsitzende Frauke Petry im Stück in eine Reihe mit dem norwegischen Massenmörder Anders Breivik und der NSU-Extremistin Beate Zschäpe gestellt werde, sei etwa inakzeptabel. Bislang habe kein Parteimitglied rechtliche Schritte gegen den Autor eingeleitet. "Wir prüfen das aber noch", sagte Lüth.

Theatermacher Falk Richter will mit "Fear" die neuen Ängste in der Gesellschaft thematisieren, die vielfach in Hass, Fremdenfeindlichkeit und Chauvinismus umschlagen. "Es gibt eine ganze Reihe von Protagonisten, die zurzeit Ängste schüren, um politisch an Einfluss zu gewinnen." Die kämen im Stück vor. "Wir untersuchen ihre Reden, ihre Art zu denken, ihre Rhetorik", und klärten auf über Netzwerke, die sich im rechten Spektrum bildeten.

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