Tübingen Ärger um Vermarktung von Fundstücken aus Eiszeithöhlen

 Löwenmensch
Löwenmensch © Foto: KOENNEKE V
Tübingen / DPA 31.08.2018
Ernst Seidl, der Direktor eines Tübinger Museums beklagt sich über die mangelnde Kooperation zwischen den Museen, die Fundstücke aus Eiszeithöhlen ausstellen.

Wie wird mit den Fundstücken aus den Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb geworben? Der Direktor des Museums Alte Kulturen der Universität Tübingen, Ernst Seidl, beklagt eine mangelnde Kooperation zwischen den beteiligten Museen. Verteilt sind die Artefakte wie der berühmte Löwenmensch oder die Venus aus dem Hohle Fels neben Tübingen auf vier weitere Häuser. Eine gemeinsame Präsentation gebe es jedoch nicht, sagte Seidl. Touristen müssten erst umständlich recherchieren, wo welches Fundstück zu sehen ist. „Das Land sollte die Funde koordiniert bewerben“, forderte Seidl.

Seit die sechs Höhlen vor etwas mehr als einem Jahr zum Weltkulturerbe ernannt wurden, wollen deutlich mehr Besucher die Eiszeitkunst sehen. In Tübingen etwa wurden im vergangenen Jahr rund 45 000 Besucher gezählt - davor waren es um die 25 000 jährlich. Zwar hätten auch Neuerungen im Museum zum Anstieg beigetragen, sagte Seidel. Aber: „Die Eiszeitkunst spielt bei uns eine zentrale Rolle, die Leute fragen an der Kasse danach.“

Seit einigen Monaten gibt es mit der Geschäftsstelle Weltkultursprung in Ulm eine Einrichtung, die die Besucherströme lenken soll. Jedoch werden dort derzeit nur die Höhlen selbst und die Museen der Region beworben: das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren, der Archäopark Vogelherd und das Museum Ulm. Ungenannt bleiben das Museum in Tübingen und das Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg in Stuttgart.

Als Weltkulturerbe zählten nur die sechs Höhlen - die Fundstücke daraus schließe der Titel nicht ein, erklärte Wolfgang Koller, Fachdienstleiter Ländlicher Raum beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis, dazu. „Deshalb haben wir uns als Region bei diesem Thema zusammengeschlossen.“

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