Künstler Abschied von Almir Mavignier

Almir Mavignier mit Irene Köster bei Kurt Frieds 60. Geburtstag 1966 in Ulm.
Almir Mavignier mit Irene Köster bei Kurt Frieds 60. Geburtstag 1966 in Ulm. © Foto: © Museum Ulm
Hamburg/Ulm / Claudia Reicherter 11.10.2018

Mit 28 Jahren kam Almir da Silva Mavignier als einer der ersten Studenten der Hochschule für Gestaltung nach Ulm. 1953 bis 1958 lernte er Visuelle Kommunikation bei HfG-Direktor Max Bill und Gastdozent Josef Albers. Freunde erinnern sich gern an den „intelligenten, witzigen, geistreichen und von seiner Kunst besessenen“ Brasilianer. Inge Fried etwa, die Witwe des Kunstsammlers und Publizisten Kurt Fried, in dessen „studio f“ der am 1. Mai 1925 in Rio de Janeiro geborene Maler und Grafiker 1959 mehrfach ausstellte.

In Rio und Paris hatte er bereits Kunst studiert und ausgestellt. In Ulm fand er über „Punkt-­Bilder“ zur Op-Art und zur Künstlergruppe ZERO. An deren Ausstellungen war er etwa 1958 in Düsseldorf, 2008 in der Kunsthalle Weishaupt und 2015 im Berliner Gropius-Bau beteiligt. 1961 erregte er als Mitorganisator von „Neue Tendenzen“ in Zagreb Aufsehen. Zweimal nahm er an der documenta und 1964 an der Biennale von Venedig teil. 1965 stellte er im MoMA aus und erhielt eine Malerei-Professur in Hamburg, wo er seitdem lebte. Dort starb er am 3. September mit 93 Jahren. Morgen wird er beerdigt.

In Ulm hat Mavignier seine Frau kennengelernt, in Ulm kam sein Sohn zur Welt. Er hinterlässt der Stadt einen Bühnenvorhang, den er Anfang der 60er Jahre fürs Ulmer Theater schuf, und stilbildende Plakate fürs Museum Ulm, das derzeit eine Auswahl seiner Werke zeigt. „Es gab nie wieder so stimmige und einfühlsame Plakate zu Ausstellungen, das sind richtige Kunstwerke“, urteilt die Mutter seines Patensohns Rainer, Inge Fried.

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