"Spotlight" erzählt von Journalisten der US-Zeitung "The Boston Globe", die 2002 den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch sowie das Wegschauen der Kirche und des Justizsystems aufdeckten. Dafür gab es später den Pulitzer Preis. Die Recherchen zeigten, dass Missbrauch unter dem Deckmantel der katholischen Kirche auch in Großbritannien und anderen Ländern erfolgt war. "Spotlight" ist mit Michael Keaton ("Birdman"), Rachel McAdams, Mark Ruffalo und Stanley Tucci prominent besetzt. Tucci, der 54-jährige US-Schauspieler, sagte in Venedig, er hoffe auf Papst Franziskus. "Falls es jemanden gibt, der den Missbrauch von Kindern stoppen kann, dann ist er es." Regisseur Thomas McCarthy (49) sah das anders: "Ich bin deutlich pessimistischer, was den Wandel in der katholischen Kirche angeht. Worte sind eine Sache, aber Taten eine andere."

Im Wettbewerb um den Goldenen Löwen läuft "Beasts of No Nation": US-Regisseur Cary Fukunaga, der für seine gefeierte Fernsehserie "True Detective" einen Emmy gewann, lässt dabei einen kleinen Jungen durch ein Bürgerkriegsgebiet irgendwo in Afrika irren. Erst wird er von seiner Mutter getrennt, dann bringen Soldaten seinen Vater und Bruder um. Als die Rebellen ihn schließlich aufgreifen, bilden sie ihn zum Soldaten aus. Der Brite Idris Elba spielt den Rebellenführer, der Kinder ebenso selbstverständlich in den Kampf schickt wie erwachsene Männer.

Fukunaga verzichtet dabei auf einen konkreten Schauplatz, sondern entwirft vielmehr ein allgemeineres Bild des Schreckens - er zeigt Flüchtlingsströme, Massenmorde und vor allem traumatisierte Kinder, die Opfer und Täter zugleich sind.