Kunst „Objektkunst“ in der Künstlergilde Ulm

Preisgekrönte Arbeit von Ute Drescher. 
Preisgekrönte Arbeit von Ute Drescher.  © Foto: Otfried Käppeler
Ulm / Otfried Käppeler 18.07.2018

Nach den Technikausstellungen „Aquarell“ und „Fotografie“ war nun „Objektkunst“ die Vorgabe für die aktuelle Ausstellung in der Künstlergilde Ulm. Naturgemäß ist eine solche sehr vielfältig, wenn vorgefundene (Alltags-)Gegenstände, Fotos, Holz-, Plastik- oder Metallstücke, kleine Figürchen und vieles andere mehr zusammengefügt werden.

Markus Fürst reichen schon ein Bogen handgeschöpftes Papier und getrocknete Gräser für ein ruhig und konzentriert wirkendes Wandobjekt. Cora Schönemann dagegen geht in die Vollen für ihr dreiteiliges Objekt „Bereites Mädchen“, bestehend aus einem Flaschentrockner, an dem Tampons hängen, einem Sockel, auf dem leere (Schnaps-)Flaschen stehen, und einem Foto von Flaschenbürsten. Zu was alles das Mädchen bereit ist, dafür braucht’s kaum Fantasie.

Insgesamt waren für die Gildeausstellung 53 Objekte eingereicht worden. Davon hat die Jury 39 ausgewählt, darunter auch das Objekt „o. T. Installation im Kubus“ von Ute Drescher aus Isny, für das sie den Gildepreis bekam. In dem Kubus hängen und liegen getrocknete Mangokerne, von denen dünne Fasern abstehen, die zum Teil mit feinem Draht umfasst werden. Dabei entwickeln die Kerne durchaus etwas Wesenhaftes, das im Kubus gefangen zu sein scheint. Raimund Schneider von der Gilde zitierte in der Preisverleihung die Künstlerin, die aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, dass ihre dreidimensionalen Werke „soziale Plastiken“ seien, die eine „Leidensgeschichte“ in sich trügen.

Bei einem Rundgang durch die Gilderäume fällt auf, dass immer wieder aus der Kunstgeschichte zitiert wird, so etwa in dem oben beschriebenem Objekt Marcell Duchamps Flaschentrockner oder in „Männlicher Torso mit Herz aus Filz (Joseph Beuys)“ von Bernd Henkel, der sich auf besagten Altmeister der Objektkunst bezieht.

Starken seriellen Charakter hat das Wandobjekt „Lippenbekenntnisse bei einer Tasse Darjeeling-First Flush“ von Stefanie Siering. Sie hat auf Teebeutel Mund und Nase von verschiedenen Gesichtern mittels Fotobelichtung und Tonung aufgebracht und in Reihen in einen Glaskasten gehängt. Riechen und Schmecken werden auf verschiedenen Ebenen thematisiert und durchaus mit einer ironischen Komponente versehen.

Wem das alles nichts sagt, dem spricht vielleicht Jutta Georgine Wittmanns „KUNSTentsorgungsTONNE“ aus dem Herzen. Darauf ist zu lesen: „Einfach: Deckel auf – Kunst rein – Deckel zu.“

Info „Objektkunst“ in der Künstlergilde Ulm (Donaustr. 5): bis 29. Juli; Do/Fr 14-17, Sa/So 11-17 Uhr).                   

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