Die sogenannten Türkenkriege gingen in die Geschichte ein - weniger bekannt sind die zahlreichen zivilen Berührungspunkte und kulturellen Verflechtungen zwischen der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich. Mit der Großen Landesausstellung „Kaiser und Sultan - Nachbarn in Europas Mitte 1600-1700“ will das Badische Landesmuseum in Karlsruhe einen neuen Blick auf die Beziehungen zwischen den Höfen richten: Im Mittelpunkt stehen nicht Glaubenskonflikte, Unterwerfung und Zerstörung, sondern zivilisatorische Neuerungen, Innovationen und der Austausch zwischen den Kulturen.

Gerade in Zeiten eines spürbaren Rechtsrucks müssten Museen den Einflüssen verschiedener Gesellschaften aufeinander nachspüren, sagte Kuratorin Schoole Mostafawy.

Gezeigt werden vom 19. Oktober an rund 320 bedeutende Exponate, darunter von deutschen Leihgebern wie der Rüstkammer („Türckische Cammer“) der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie aus eigenen Beständen aus der „Karlsruher Türkenbeute“. Beide Sammlungen zählen zu den größten osmanischen Museumsbeständen Deutschlands. Außerdem kommen wichtige Stücke aus Österreich, Polen und der Schweiz.

Im Zentrum steht ein prächtiges osmanisches Zweimastzelt aus Krakau (Polen), das einen Saal fast gänzlich füllt. Auch prunkvolle Waffen, einst beliebte Gastgeschenke, oder begehrte Automatenuhren zeigen die wechselseitigen Beziehungen. Zudem erwarten den Besucher mediale Installationen, mit denen beispielsweise Fluchtbewegungen des 17. Jahrhunderts nachvollzogen werden können.

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