Konzerte „Jerusalem“: Hebräische Texte und Alte Musik

Spielt zu Schubert das Hammerklavier: Franz Raml.
Spielt zu Schubert das Hammerklavier: Franz Raml. © Foto: Franz Raml
Ulm / Helmut Pusch 24.07.2018

Mit „Jerusalem“ ist das Festival  überschrieben, das der Verein Alte Musik Ende September im Stadthaus präsentiert. Wer dessen musikalischen Leiter Franz Raml kennt, der ahnt: Da wird wieder jede Menge bislang Ungehörtes zu erleben sein. Diesmal geht es um die Vertonung hebräischer Texte, aber auch um die Entwicklung synagogaler Musik vom Frühbarock bis in die Frühromantik.

Die jüdischen Gemeinden sind in Sachen Musik gespalten. Die einen lehnen Instrumente in der Synagoge rundweg ab. Nur die menschliche Stimme soll erklingen, angeführt vom Vorsänger, dem Kantor. Es gibt aber auch Gemeinden, die sich öffnen und wie die katholische und evangelische Kirche der jeweils aktuellen Musik Raum einräumen – seit dem Frühbarock.

Auslöser dieser Entwicklung war der Rabbiner Leon Modena (1571-1648) aus Mantua. „Er war kundig in der rabbinischen Literatur und der Bibel, in der Philosophie, der Wissenschaftstheorie und der Literatur der Renaissance“, erklärt Raml. „Modena ermutigte den jüdischen Komponisten Salomone Rossi, Psalmen im Stile seines Zeitgenossen Monteverdis zu vertonen.“ Wie das klingt? Das kann man am 2. Oktober hören, wenn das Ensemble Profeti della Quinta ins Stadthaus kommt. Die Sänger und der Lautist Ori Harmelin führen Werke Rossis und Monteverdis auf.

Wie aufgeklärt und überkonfessionell auch die Frühromantik mit hebräischen Texten umging, zeigt der Abend am 30. September. Raml hat dafür Psalmvertonungen Franz Schuberts und seiner Freunde ausgesucht, die sogar eine Harfe als Instrument einsetzen. Raml leitet dabei das Ingolstädter Vokalensemble Incanto corale und spielt das Hammerklavier. Die Psalme zitiert zuvor der Schauspieler Walter Sittler.

Bereits am 29. September gastiert das Jerusalemer Baroque-Orchestra im Stadthaus. Unter der Leitung von David Shemer erklingen neben Werken von Händel auch Kompositionen jüdischer Komponisten aus der Barockzeit: Pinkasei Chazanim, Louis Saladin und Christiano Giuseppe Lidati. Und am 30. September spricht Günter Grünsteudel über die Geschichte der synagogalen Musik.

Info Tickets für das Festival gibt es beim Kartenservice der SÜDWEST PRESSE und bei www.ulmticket.de

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