Schauspiel „Glücksspiele“: Junges Forum des Theaters Ulm

Mit einem Appell an die Liebe beginnen die „Glücksspiele“.
Mit einem Appell an die Liebe beginnen die „Glücksspiele“. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Henri Gallbronner 12.07.2018

Raus aus dem Alltag, rein in ein selbstbestimmtes Leben: Darum geht es bei den „Glücksspielen“, einem Mehrgenerationenprojekt des Theaters Ulm, das jetzt im Lichthof des Museums Ulm Premiere gefeiert hat.

Auf ein Bühnenbild und aufwändige Kostüme verzichtete die Gruppe um die Schauspieler Franziska Maria Pößl und Benedikt Paulun komplett. Ganz in Schwarz gekleidet und mit nur wenigen Requisiten brachten sie das Publikum zum Nachdenken und zum Lachen.

Die Suche nach dem Glück, die im Mittelpunkt des Stücks steht, läuft vor allem über die Darstellung von Missständen:  „Ist es überhaupt möglich, Glück zu empfinden, ohne Unglück empfunden zu haben?“, fragt Pößl.

Aus allen möglichen Perspektiven beleuchten ihre Laiendarsteller, die selbst aktiv an der Entwicklung der Szenen beteiligt waren, die Gesellschaft: Ob es das ewige Warten beim Behördengang ist, währenddessen man sich nicht für die Sorgen der anderen interessiert, oder der Konsumwahn, der anhand der nicht ganz so fiktiven Fernsehsendung „Donau’s Next Topmodel“ illustriert wird. Mit wohldosierter Übertreibung zeichnet die Gruppe treffende Bilder des alltäglichen Unglücks.

Unterbrochen werden die Szenen von so genannten „Ausstiegstexten“, in denen die Darsteller erläutern, warum sie aus ihrem jetzigen Leben aussteigen wollen. Das Besondere: Die Texte wurden innerhalb der Gruppe durchgemischt, sodass jeder in die Rolle eines anderen schlüpft.

Der Abend endet mit einem eindrucksvollen Bild: Eine mühsam errichtete Skulptur aus Paketen wird mehrere Male eingerissen, nur um dann wieder aufgebaut zu werden. „Man arbeitet für etwas, aber das System zerstört es“, sagt Schauspieltrainerin Franziska Maria Pößl: „Doch man macht immer weiter, um zu überleben.“ ­

Info Weitere Vorstellungen von „Glücksspiele“ finden heute sowie morgen, Freitag, jeweils 19.30 Uhr, statt.

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