Ulm / Claudia Reicherter

Firmenchef Siegfried Weishaupt hat erst gesammelt und dann einen Ort geschaffen, an dem er die in vielen Jahren erworbenen Kunstwerke zeigen konnte: Die Kunsthalle Weishaupt blickt in „Best of 10 Jahre“ gerade schlaglichtartig darauf zurück, was sie seit ihrer Eröffnung schon alles ausgestellt hat.

Die beiden Chefs der Firma Scan Plus gingen quasi den umgekehrten Weg: Sie stellten das großzügige Treppenhaus ihrer Firmenräume für Ausstellungen zur Verfügung – noch bevor sie eine eigene Sammlung auch nur angedacht hatten. Die wuchs in ebenfalls zehn Jahren Ausstellungstätigkeit erst nach und nach heran. Denn die Arbeiten der ausgestellten Künstler gefielen. Nicht zuletzt den Galeriebetreibern selbst. Und so kam es, dass Jürgen Hörmann und Andreas Werther regelmäßig Werke ankauften für Büros, die wohl ähnlich hohe weiße Wände aufweisen wie die drei Stockwerke des Galerie gewordenen Treppenaufgangs. Was da zwischen 2007 und 2017 zusammenkam, zeigt die Galerie im Science Park jetzt in „Best 07/17“. Das sei „keine typische Firmengalerie, sondern vielmehr eine Herzensangelegenheit“, erklärt Udo Eberl, der die Ausstellungen bei Scan Plus plant und kuratiert. Und die aktuelle Schau sei „eine Bestandsaufnahme vielmehr denn ein Best-of“,  da die Auswahl weder komplett ist noch aus qualitativen Gründen erfolgte. „Manches passte von der Hängung her einfach nicht ins Konzept.“ Jene Werke würden zu einem späteren Zeitpunkt noch gezeigt.

Was aber ist zu sehen? Zunächst einmal ein schöner Querschnitt durch das Schaffen lokaler und regionaler Maler, Bildhauer und Fotografen, von Alfred Bradler über Bertram Bartl, Thomas Witzke, Peter und Franziska Degendorfer, Esther Hagenmaier, Marc Hörger und Martha Bilger bis hin zu Michael Danner und Ingrid von der Heydt. Im zweiten Obergeschoss hängen Jörg Eberweins „Überlegungen zur Milchproduktion“, Reiner Schleckers „Ist die Illusion befriedigend?“ und Thomas Kahls „Eva Padberg“ einträchtig nebeneinander – und vis-à-vis von dessen einstigem „Fantastische-Vier“- Kollegen Patrick Pilsl mit seinen „Drug Distribution Facilities“.

Dazu kommen ebenso vielfältige, erfrischende und wertige Positionen auswärtiger Künstler: Heidi Kucher, Sibylle Möndel, Johanna Knöpfle, Bruno di Martino, um nur einige zu nennen, bis hin zu Michael Grudzieckis überdimensional tropfenden „Sea Forts“. Lasierendes neben dick Aufgetragenem, Mini-Banane über SAPRI und unter roten Strohhalmen.

Info „Best 07/17“ bis 6. Juli in der Galerie im Science Park, Lise-Meitner-Str. 5-7, geöffnet Mo-Fr 9-12/13-17 Uhr.